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Nach Affäre um Linus Förster

Schwäbische SPD wählt neuen Vorstand

Die SPD traf die Affäre um den Ex-Landtagsabgeordneten Förster vor rund vier Monaten wie ein Blitz. Seitdem ist auch der Vorsitz des Bezirksverbandes Schwaben vakant. Nun kandidiert die Frau, die früh in der Causa Förster versucht hat, Licht ins Dunkel zu bringen.

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Ulrike Bahr, Vorsitzende der Augsburger SPD © dpa

Nach der Affäre um den wegen sexueller Straftaten in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Vorsitzenden Linus Förster wählt die schwäbische SPD einen neuen Bezirksvorsitzenden. Bei dem Parteitag in Neu-Ulm am kommenden Samstag will die Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr aus Augsburg für den Vorsitz kandidieren. Die 52-Jährige ist derzeit eine von vier Stellvertretern sowie Vorsitzende der Augsburger SPD. Bislang hätten keine anderen Mitglieder ihr Interesse an einer Kandidatur signalisiert, sagte Bahr der Deutschen Presse-Agentur.

Sie führt den Bezirksverband bereits seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den früheren Landtagsabgeordneten Förster zusammen mit den drei anderen Vize-Vorsitzenden, den Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner und Gabriele Fograscher sowie der Bezirksrätin Petra Beer. Der derzeitige Vorstand werde den Delegierten bei der Neuwahl einen Gesamt-Personalvorschlag für alle neu zu bestimmenden Ämter machen, kündigte Bahr an. Insgesamt besteht der Bezirksvorstand aus 23 Mitgliedern.

Seit November ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Förster. Zunächst ging es um Körperverletzung und darum, dass der 51-Jährige illegal Bilder einer erwachsenen Frau gemacht haben soll. Bahr gehörte damals zu den ersten Politikern der Sozialdemokraten, die vor die Presse getreten sind und versucht haben, Licht in die damals noch völlig undurchsichtige Affäre zu bringen.

In den Wochen danach weiteten sich die Vorwürfe allerdings massiv aus, so dass Förster im Dezember festgenommen wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Bei den Ermittlungen geht es nun auch um den Besitz von Kinderpornos und schweren sexuellen Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person.

Mittlerweile sei der Haftbefehl um zwei weitere Fälle erweitert worden, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Details nannte er allerdings ebenso wie bei den früheren Fällen nicht. Wie lange die Ermittlungen noch dauern, könne zudem noch nicht gesagt werden.

Förster hatte als Konsequenz der Ermittlungen seinen Rückzug aus der Politik erklärt und war auch aus der SPD ausgetreten. Ende 2016 ist er aus dem Landtag ausgeschieden. Sein Verteidiger Walter Rubach hat sich bisher zu den Vorwürfen gegen Förster ebenfalls nicht im Detail geäußert.

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