17:30 SAT.1 Bayern

Wahlkampf im Bierzelt - Die neue Freundschaft von Merkel und Seehofer

„Unser Schicksal in unsere eigene Hand nehmen“

Kanzlerin und Kanzlerkandidat Martin Schulz sind sich einig: Nach der G7-Pleite, ausgelöst durch den US-Präsidenten, muss Europa stärker seinen eigenen Weg gehen. Merkels Rede wird in den USA von den Medien mit großer Aufmerksamkeit registriert und kommentiert.

Beim Einmarsch ins Truderinger Festzelt überließ Ministerpräsident Horst Seehofer seinem Gast das Händeschütteln. Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpfte sich am Sonntag durch die engen Reihen des Truderinger Bierzelts, nahm den Applaus der CSU-Basis entgegen, prostete nach ihrer Rede begeistert in die Menge und ließ sich bei Salutschüssen und Blasmusik feiern. Hier scheint sich jemand wohl zu fühlen. Und am Schluss standen Seehofer und Merkel einträchtig auf der Bühne.

Im Angesicht der G7-Krise

Angesichts der schweren Krise des G7-Bündnisses und tiefgreifender Differenzen mit den USA hat Kanzlerin Angela Merkel den Zusammenhalt Europas beschworen. "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei, das habe ich in den letzten Tagen erlebt", sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag bei einem gemeinsamen Bierzelt-Auftritt mit CSU-Chef Horst Seehofer in München. "Und deshalb kann ich nur sagen: Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen." Natürlich tue man dies in Freundschaft zu den USA und Großbritannien und in guter Nachbarschaft, "wo immer das geht, auch mit Russland, auch mit anderen Ländern", betonte Merkel. "Aber wir müssen wissen, wir müssen selber für unsere Zukunft kämpfen, als Europäer, für unser Schicksal."

US-Präsident Donald Trump hatte die Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) mit seinem Konfrontationskurs auf dem G7-Gipfel in eine schwere Krise gestürzt. Nur in letzter Minute konnte ein Fiasko abgewendet werden. Allein in der Handelspolitik näherten sich die Staats- und Regierungschefs am Samstag an. Massive Differenzen gab es im Klimaschutz und beim Umgang mit Flüchtlingen. (dpa)

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