24 Stunden
Di 10.02.2015, 23:15

Hier wird was geboten! Deutschland im Auktionsfieber

Auktionen führen Menschen in Versuchung. Und je größer das Interesse an einem Objekt, desto höher die Gefahr, sich zu verzocken. Und das gilt umso mehr, wenn der Wert des zu ersteigernden Gegenstandes gänzlich im Verborgenen liegt. Wie zum Beispiel bei einer  Kofferversteigerung. Hier kommen Gepäckstücke unter den Hammer, deren Inhalt keiner kennt. Nicht einmal Auktionator Martin Clesle hat vorher reingeschaut, er versteigert in Müllheim bei Freiburg im wahrsten Sinne des Wortes „die Katze im Sack“. Nur eines steht fest: Waffen, Drogen oder Schmuggelware sind nicht im Koffer - das kontrolliert vorher der Zoll.

Für Urlauber ist es ein Albtraum, wenn ihr Gepäck auf einer Flugreise verloren geht. Für Abenteuerlustige und Liebhaber von Auktionen aber liegt genau darin eine große Chance. Denn: Können die Besitzer von verlorenen Koffern nicht mehr ermittelt werden - weil etwa das Namensschild fehlt oder das Etikett mit dem Reiseziel abgerissen ist - kommt das Gepäck unter den Hammer. Allein die Lufthansa bleibt auf etwa 50.000 bis 60.000 Gepäckstücken im Jahr sitzen. Die Koffer-Auktionen sind ein Eldorado für risikofreudige Schnäppchenjäger, die mehrmals im Jahr hunderte Bieter aus der ganzen Republik anlocken.

Auktionator Johannes Wallow ist in Ostfriesland bekannt wie ein bunter Hund. Der 55jährige betreibt im kleinen Städtchen Norden sein Büro und wer hier im Nordwesten der Republik etwas zu versteigern hat, der kommt an dem umtriebigen Ostfriesen nicht vorbei. Doch diesmal steht er vor einem kniffligen Fall: Eine Hausbesitzerin bittet ihn um Hilfe. Ihr Mieter ist verstorben; die Verwandten haben das Erbe ausgeschlagen; jetzt muss die Wohnung aufgebrochen, leer geräumt und das ganze Hab und Gut versteigert werden. Um die aufgelaufenden Mietkosten  zu decken. Doch lässt sich der Nachlass überhaupt zu Geld machen? Und was erwartet den Ostfriesen in der seit Monaten leer stehenden Wohnung. Keine leichte Aufgabe: Wieder kommt ein Schicksal unter den Hammer.     

Bei Versteigerungen in den neuen Bundesländern werden Grundstücke, Häuser und Mietwohnungen zu Niedrigstpreisen angeboten. Im Angebot stehen halb zerfallene Kuhställe für 1.000 Euro, leer stehende Wohnhäuser für 10.000 Euro
oder sanierungsbedürftige Herrenhaus mit Parkanlage für 100.000 Euro. Für jeden ist hier etwas dabei. Entsprechend viele Schnäppchenjäger sind unterwegs, die für wenig Geld eine Immobilie ersteigern wollen. Es herrscht im Osten ein Käufermarkt; das ist auch Auktionator Jan Hornig bewusst. Er soll einen alten Hof mit Wohnhaus, Scheune und 4000 Quadratmeter Grundstück versteigern. Die Besitzer haben jahrelang vergeblich versucht das Haus am Markt zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu verkaufen. Jetzt haben sie aufgegeben; das Objekt soll nur noch weg. Mindestgebot sind 9800,- Euro. 

Jeder hofft auf das Schnäppchen und will bei der Auktion dabei sein. Doch es kann nur einen Käufer geben. Wer wird als Sieger aus der Versteigerung heraus gehen?

Die 24 Stunden Reportage zeigt, wie Auktionen funktionieren und beobachtet strahlende Käufer und enttäuschte Unterlegene. 

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