AKTE

So qualvoll werden Puten gehalten

Bedingungen in der Putenmast

Putenmast01_940_516_PETA
© PETA Deutschland e.V.

Putenfleisch boomt: in den letzten Jahren hat sich der Umsatz verdoppelt. Putenfleisch gilt als gesund, fettarm vor allem aber auch als günstig. Doch zu welchem Preis?

Masttierhaltung ist an der Tagesordnung. Rund 88% der Tiere werden in Betrieben mit 10.000 und mehr Puten gehalten, wo sie – getrennt nach Geschlechtern - gemästet werden. Überwiegend wird dabei die Rasse "B.U.T. 6" eingesetzt (besser bekannt als "Big 6"), die auf eine rasante Gewichtszunahme und den Aufbau eines überdimensionalen Anteils an Brustfleisch gezüchtet wurde. Zur Veranschaulichung: ein männliches Küken dieser Züchtung wiegt etwa 60 Gramm und steigert innerhalb von nur 19 Wochen sein Gewicht um mehr als das 300fache: auf über 19kg.

Hervorzuheben ist, dass es für die Aufzucht von Puten, abgesehen vom allgemeinen Tierschutz, keine gesetzlichen Regelungen gibt, lediglich Empfehlungen.

Putenmast02_250_150_PETA
© PETA Deutschland e.V.

Da diese Haltungsbedingungen optimale Verbreitungsmöglichkeiten für Krankheitserreger bieten, werden den Tieren routinemäßig Antibiotika verabreicht. Dies kann für den Menschen gefährlich werden, da die Bildung von Resistenzen gefördert wird. Aufgrund der hohen Besatzdichte und des Fehlens von Beschäftigungsmöglichkeiten kommt es außerdem oft zu Auseinandersetzungen und schwerwiegenden Verletzungen zwischen den Tieren, weshalb den Vögeln die Schnäbel gekürzt werden.

Bei der Putenmast steht die möglichst schnelle Gewinnung von Fleisch im Vordergrund, was auf Kosten des Wohlbefindens und der Gesundheit der Tiere geht. So werden Mastputen, obwohl sie zum Schlafen Dunkelheit brauchen, fast permanent (sogar bis zu 24 Stunden) im Hellen gehalten, weil sie dann auch nachts die Futterstellen aufsuchen und schneller zunehmen.

Putenmast04_250_150_PETA
© PETA Deutschland e.V.

Körperliche Leiden und Schäden der Puten

Zu den Grundbedürfnissen von Puten gehören Sozialverhalten, Körperpflege, Ruheverhalten, verschiedene Bewegungsarten (z. B. Flattern, Laufen, Rennen) und diverse Techniken der Nahrungssuche und -aufnahme, wie Scharren, Ausgraben, Picken, Hacken und Jagen. Das Ausleben vieler Bedürfnisse ist unter den Bedingungen der Intensivmast kaum möglich.

In der Massentierhaltung erfahren Mastputen regelmäßig die folgenden Schmerzen, Leiden und Schäden, die aus einer Kombination aus Überzüchtung und mangelhaften Haltungsbedingungen entstehen:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Gestörte Knochenentwicklung der Beine (Beinschwächesyndrom)
  • Erkrankungen des Skelettsystems
  • Verformungen an den Fersengelenken
  • Atemwegserkrankungen
  • Brustblasen (Ansammlungen von Lymphflüssigkeit in einem Hautsack an der Brust)
  • Verätzungen an den Fußballen, Fußballengeschwüre

Was können Sie tun?

Wenn sie die oben beschriebenen Zustände nicht unterstützen wollen, essen Sie kein Putenfleisch. Auch von Bio-Pute ist abzuraten, da nicht auszuschließen ist, dass die Tiere in Biohaltung ähnlich schlimmen Bedingungen ausgesetzt werden. Zudem werden für die Biofleischherstellung in der Regel die gleichen unter Krankheiten leidenden Hochleistungsrassen eingesetzt. Helfen Sie aktiv oder passiv dabei, die quälerische Tierhaltung abzuschaffen. Tierschutzvereine und -stiftungen bieten zahlreiche Möglichkeiten sich zu engagieren.

Mit fachlicher und beratender Unterstützung der Albert-Schweitzer-Stiftung

Putenmast03_620_348_PETA
Eine Putenmastanlage von innen. © PETA Deutschland e.V.

Kommentare