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Was Gemobbte tun können

Die besten Tipps gegen Mobbing

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Wie hört das Mobbing auf?

Bestimmt fragst du dich immer wieder: Wann hören die auf, mich zu quälen? Die Erfahrung zeigt, dass das nicht vorhersehbar ist. Manchmal hört Mobbing einfach von selbst auf, oft weil der Klassenverband aufgelöst wird, oft, weil die Mobber keinen Spaß mehr daran finden. Manchmal auf gar nicht, genauer: Es dauert solange, solange du mit dem Mobbern zusammen arbeitest oder lernst. Wenn du Glück und vernünftige Lehrer hast, können die Mobbing mit Hilfe von Durchsetzungsstrategien beenden, oder einfacher ausgedrückt, mit Hilfe von Zwang und Strafen gegen die Mobber. Aber bei diesen Verfahren wartest du nur ab. Du beobachtest, was geschieht, und hoffst, dass es dir hilft. Und wenn du Pech hast, geht das Mobbing wieder von neuem los.

Was Veränderungen bedeuten können: Du weißt selbst am besten, wie das Mobbing deine Beziehungen zu anderen verändert hat, zum Schlechten. Es ist immer möglich, dass es auch anderes herum geht. Und das liegt auch in deinen Möglichkeiten. Der Grundgedanke, der dahinter steht, ist einfach: Wenn wir uns und unser Verhalten verändern, verändern wir auch die Beziehungen zu Anderen. Wie du dich verhältst, bestimmst du, nicht die Mobber.

Hilfe für die direkte Auseinandersetzung mit Mobbern: Hier geht es darum, die ein paar Tipps zu geben, wie du reagieren kannst, wenn Mobber dich angreifen. Mit Worten. Denke dabei auch an deine körperliche Sicherheit. Nur wenn du keine körperliche Gewalt befürchten musst, setze die folgenden Techniken ein:

Mach dir zunächst klar: Für alle Angriffe, die mit Mobbing verbunden sind, gilt: Die Schwäche steckt im Angreifer/im Angriff! Schwach ist nicht, wer Schwächen hat, die hat jeder, sondern schwach ist der, der mit Schwächen der Anderen nicht umgehen kann oder will oder sie ausnutzen muss. Jedem Mobber ist es unangenehm, auf seine Schwächen angesprochen zu werden. Die kann er sich nicht leisten. Denn sonst wären ja seine Angriffe dumm. Also nutze die Schwächen des Angreifers aus, um ihn zu stoppen.

Stell Fragen: Wir neigen dazu, auf Fragen zu antworten. Diese Neigung steigt, wenn Blickkontakt besteht. Wer die Fragen stellt, bestimmt das Gespräch. Du bewegst dich ruhig, aber entschlossen. Du sprichst klar, selbstbewusst, laut, aber du brüllst nicht. Du gehst nicht auf seine Angriffe ein.

Du rechtfertigst nichts, du verteidigst nichts. Wer auf Angriffe eingeht, öffnet dem Angreifer die Tür. Statt dich direkt zu verteidigen, stellst du dem Mobber einige der folgenden Fragen. Der Mobber wird die Fragen nicht mögen. Und wenn du beharrlich genug bist, wird er dich in Ruhe lassen.

  • Was hast du davon, wenn du …?
  • Geht es dir gut, wenn du Andere anmachst?
  • Fühlst du dich jetzt besser?
  • Seit wann entscheidest du, wer ein… ist?
  • Wie lange willst du noch so weitermachen?
  • Bist du so mies drauf, dass du das nötig hast?
  • Findest du dich cool?
  • Willst du hier der Boss sein?
  • Seit wann hast du deine Probleme?
  • Findest du das witzig?
  • Soll ich mitmachen? Allein läuft das ja nicht besonders gut? Brauchst du Hilfe beim Quälen?
  • Kannst du dir vorstellen, dass du nervst?
  • Wenn du schon Leute anmachen willst – geht es nicht witziger?
  • Hast du so große Probleme, dass du Andere anmachen musst?
  • Weißt du eigentlich, wie du auf die anderen wirkst, wenn du…?
  • Ist dir das nicht peinlich, so einen Mist zu stammeln?
  • Bist du nicht langsam zu alt, um…?
  • Weil dem Mobber diese Fragen unangenehm sind, wird er versuchen, nicht zu antworten. Wenn dass der Fall ist,  frag ihn: Wofür hast du eigentlich Angst? Weshalb schaffst du es nicht, auf einfache Fragen zu antworten?

Mach Mobbing öffentlich

Mobbing funktioniert in der Regel nur, weil es geheim bleibt. Wenn du bei Übergriffen laut wirst, schreckt das Mobbende ab. So werden Unbeteiligte zu Zeugen. Sprich die Mobbende laut an: Was soll der Quatsch? Wieso hast du schon wieder…? Oder rufe so laut, dass es Dritte hören müssen: Lasst mich in Ruhe. Ich will das nicht. Ich will mich nicht streiten. Hör auch nicht auf, wenn Lehrer dazu kommen. Mach sie zu Zeugen.

Friss das Mobbing nicht in dich hinein

Sprich darüber mit Menschen, denen du vertraust, das können Freunde, Eltern, Lehrer und/oder kirchliche Mitarbeiter sein. Gerade in den Kirchen arbeiten viele gut ausgebildete Mitarbeiter.

Suche Verbündete in der Klasse

Sprich mit ihnen über Strategien. Optimal ist es, wenn ihr etwas gemeinsam tun könnt.

Hol dir Unterstützung von außerhalb der Klasse

Gravierende Übergriffe wie Todesdrohungen, sexuelle Nötigungen, Diebstahl und schwere Sachbeschädigungen sollten auf keinen Fall hingenommen werden. Informiere die Lehrer. Eine Anzeige bei der Polizei sollte man nicht ausschließen.

Cybermobbing lässt sich leichter bekämpfen, wenn man es nachweisen kann. Oft löschen Opfer Wichtiges, aus Wut oder auch aus Scham. Sichere alle Angriffe. Sammele Zettel, kopiere und archiviere Internetangriffe. Sie sind wichtige Beweise. Und wenn sie der Schule vorgelegt werden, muss sie aktiv werden. Schreibe dir bei Übergriffen Wichtiges auf: Wer, wann, was… 

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