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Gefahr an unbeschrankten Bahnübergängen

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Sie sind besonders ein Problem der dünn besiedelten ländlichen Räume unserer Republik - Bahnübergänge, die technisch nicht durch Schranken oder Ampeln gesichert sind. Dass diese für Autofahrer zur tödlichen Gefahr werden können, zeigt unser aktueller Beitrag einer Hamburger Urlauberfamilie, die bei einem Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang ihren fünfjährigen Sohn verloren hat.

Um den Umfang des Problems zu verdeutlichen: Allein im Netz der Deutschen Bahn gibt es in Deutschland derzeit 18.117 Bahnübergänge. Nicht ganz die Hälfte davon sind technisch nicht gesichert. Hier kennzeichnet lediglich ein Andreaskreuz den Vorrang der Schienenfahrzeuge.

Die verkehrsrechtlichen Regelungen an diesen Bahnübergängen sind eindeutig: An Bahnübergängen, die mit einem Andreaskreuz gekennzeichnet sind, hat der Schienenverkehr immer Vorfahrt. Und das aus gutem Grund: während ein Pkw selbst bei Geschwindigkeiten um die 100 km/h nach ca. 40 Metern zum Stehen kommt, benötigt ein Zug bei gleicher Geschwindigkeit selbst bei einer Vollbremsung bis zu 1.000 Meter, um vollständig zum Stehen zu kommen. ( Mehr Infos der Verkehrswacht hier .)

Wie unser Test im Beitrag zeigt: trotz dieser eindeutigen Regelung sehen die Erfahrungen aus der Praxis anders aus! Etwa 95 Prozent aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer zurückzuführen. Unkenntnis, Unaufmerksamkeit und Leichtsinn sind die Hauptgründe. Viele Autofahrer kennen schlichtweg die Bedeutung des Andreaskreuzes nicht. Aber es stellt sich weiterhin die Frage: wie sind die jeweiligen Bahnübergänge einsehbar und herannahende Züge wahrzunehmen? Dieses wurde der Hamburger Familie um Mutter Marcia zum tragischen Verhängnis.

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Foto des verstorbenen Matteo © Privatbild

Mutter Marcia war während des Urlaubs im Mai 2015 gemeinsam mit ihrer Familie und Sohn Matteo (5 J.) unterwegs im Auto. An einem unbeschrankten Bahnübergang im nordfriesischen Garding passierte dann das tragische Unglück - ihr Auto wurde von einem Regionalzug erfasst, vier Insassen wurden schwer verletzt, der fünfjährige Matteo starb in Folge des Zusammenstoßes. Nach eigenen Angaben, hat niemand der fünf Insassen den Regionalzug kommen gesehen oder gehört!

Um andere Mitmenschen vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren und um auf die Gefahren an unbeschrankten Bahnübergängen aufmerksam zu machen, startete Mutter Marcia eine Online-Petition. Ihr direkter Appell an die Deutsche Bahn und Bahn-Chef Rüdiger Grube: "Sichern Sie alle deutschen Bahnübergänge!"

Wollen auch Sie Marcia unterstützen und ihren Appell unterzeichnen und teilen? Hier geht es zu ihrer Online-Petition .

Oder kennen Sie ebenfalls einen unbeschrankten Bahnübergang, der ihrer Meinung nach eine echte Gefahr darstellt? Dann melden Sie uns diesen (am besten mit Foto und Ortsbeschreibung) per Mail an akte@akte.net.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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