Auf Herz und Nieren

"Ich bin kein Fan des Schönheitsideals, das dicke Brüste, aufgespritzte Lippen und Kulleraugen verlangt."

Interview Stefanie Stappenbeck

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Frau Stappenbeck, wie alltagstauglich sind Ihre medizinischen Kenntnisse?

Stefanie Stappenbeck: "Ich bin medizinisch sehr interessiert. Gute Freunde versorge ich permanent mit Gesundheitstipps. Und ich bin damit auch ganz erfolgreich."

Angst vor dem Arztbesuch kennen Sie also nicht?

Stefanie Stappenbeck: "Nein. Ich bin eher neugierig und finde es meistens auch ganz spannend."

In ihren Behandlungsmethoden unterscheiden sich David und Nina grundlegend. Sollte ein Arzt in erster Linie ein guter "Handwerker" sein oder doch auch ein Seelsorger?

Stefanie Stappenbeck: "Es gibt dazu eine Studie, die besagt, dass die größte Heilwirkung eintritt, wenn der Arzt einen weißen Kittel trägt und neben dem Gespräch auch handwerklich etwas tut, etwa eine Spritze gibt oder eine Tablette verabreicht. In so einem Fall wirken erstaunlicherweise selbst Placebos. Ich denke, dass der Patient eher gewillt ist, an seiner Heilung mitzuwirken, wenn der Arzt ihm offen gegenüber tritt, weiterführende Fragen stellt und nach Ursachen sucht. Ein ganzheitlicher Ansatz also, wie bei alternativen Heilmethoden. Ich selbst gehe zum Beispiel regelmäßig zu einer Heilpraktikerin."

"Die Leute zahlen besser für ästhetische Eingriffe als für ihr Leben", ist sich David in der Serie sicher. Ist Schönheitschirurgie für Sie persönlich ein Thema?

Stefanie Stappenbeck: "Einiges finde ich völlig in Ordnung, etwa wenn man sich Schlupflider korrigieren lässt. Das Problem habe ich aber Gott sei Dank nicht. Die Lippen aufzuspritzen finde ich dagegen schrecklich. Überhaupt bin ich kein Fan von dem Schönheitsideal, das dicke Brüste, aufgespritzte Lippen und Kulleraugen verlangt. Trotzdem kann ich die Leute verstehen, die so etwas machen lassen. Mit dem Älterwerden kommt vielleicht die Angst, am Markt nicht mehr mithalten zu können."

Ist dieser Schönheitswahn nicht beinahe eine Form von gesellschaftlichem Terror?

Stefanie Stappenbeck: "Selbstverständlich. Ich finde es umso bemerkenswerter, wenn z.B. Helen Mirren offen darüber spricht, dass sie sich den Hals hat liften lassen. Vielleicht würde ich das auch machen. Alles, was Gesicht betrifft, wäre mir aber zu riskant."

Wie weit setzt dieser Schönheitswahn auch Sie persönlich unter Druck?

Stefanie Stappenbeck: "Man spürt diesen Druck schon. Ich bin von Natur aus recht klein und leicht, habe aber ein rundes Gesicht mit runden Augen. Durch die Kamera sieht man ohnehin etwas molliger aus, und bei mir wirkt es dann gleich so, als würde ich acht Kilo mehr wiegen."

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