Auf Streife - Die Spezialisten
Mo 06.06.2016, 18:00

Auf der Überholspur

Die Autobahnpolizei traut ihren Augen kaum, als ein Auto an ihnen vorbeirast, auf dem sich ein Mann am Dach festkrallt! Die Spezialisten nehmen sofort die Verfolgung auf, denn der Mann droht jeden Moment abzustürzen. - Ein Pärchen schiebt eine Schubkarre in die Notaufnahme. Darin: Ein völlig zugedröhnter Mann. Bei der Untersuchung stellt sich heraus, dass er starke Betäubungsmittel intus hat. Hat er sich die Mittel selbst verabreicht, oder ist er Opfer einer Straftat geworden?

Mehr zum Thema Latrophobie (krankhafte Angst vor dem Arztbesuch)

Für die meisten Menschen ist ein Arztbesuch eine normale, bisweilen erleichternde, höchstens mal eine lästige Angelegenheit. Ob Magenspieglung, Ultraschalluntersuchung oder der bloße Blick in den Hals – angenehm ist das alles nicht. Aber für den Großteil der Menschen gehört es zum erträglichen Alltag. Für manche hingegen ist ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt oder beim Internisten der blanke Horror. Vor allem Männer sind regelrechte „Ärzte-Meider“ – Vorsorgeuntersuchungen verstreichen lassen, Kontrollbesuche umgehen, Arzttermine hinauszögern. Die Angst vor Ärzten kann viele unterschiedliche Gesichter haben: vom flauen, unsicheren Gefühl in der Magengegend bis hin zu Schweißausbrüchen und Panikattacken. Möglich sind auch Sprachlosigkeit, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl oder auch das Herunterspielen von Beschwerden. Die innere Anspannung kann sogar soweit führen, dass der Stress eines Arztbesuches Blutdruckmessungen beeinflusst: Wird der Wert eines Betroffenen in der Praxis gemessen, ist er erhöht. Überprüft ihn der Patient zu Hause, ist er vollkommen normal. Diesen Effekt nennt man auch Weißkittelsyndrom. Latrophobie kann aber auch verursachen, dass sich die Betroffenen über Jahre hinweg in keine Praxis wagen. Körperliche Schmerzen oder psychische Probleme werden ertragen, da die Panik vor der Untersuchung oder den potenziellen Begleiterscheinungen und Konsequenzen (möglicher Anblick von Blut, Spritzen, Operationen, schlimme Diagnosen etc.) noch viel größer ist. Besonders ausgeprägt ist oft die Angst vor Zahnärzten, Chirurgen und Gynäkologen.
Hättest du es gewusst: Besonders Männer sind als Ärzte-Meider bekannt und vernachlässigen im Vergleich zu Frauen ihre Gesundheit häufiger. Mit bitterer Konsequenz trägt CDU-Politiker Wolfgang Bosbach als prominentes Beispiel seit vier Jahren seine unheilbare Prostatakrebs-Diagnose, weil er nicht mehr zur Vorsorgeuntersuchung gegangen ist.
• Laut einer Erhebung des Berufsverbandes der Allgemeinärzte leiden etwa zwei Millionen Deutsche unter einer krankhaften Angst vor dem Arzt, Latrophobie genannt.
• Meist findet diese Beklommenheit ihren Ursprung in der Vergangenheit: Eine oder mehrere schlechte Erfahrungen mit Ärzten oder in Kliniken, falsche Diagnosen oder schmerzhafte Behandlungen können das Ärzte-Grausen auslösen.
• Bei wirklich akuten Krankheitsfällen und unbedingt notwendigen Arzt- oder Klinikbesuchen kann man bei manchen Latrophobikern nur auf Beruhigungsmittel zurückgreifen, aber auch Hypnose oder Akupunktur haben sich bewährt.
• Diazepam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine mit relativ langer Halbwertszeit. Er wird insbesondere als Psychopharmakon zur Behandlung von Angstzuständen, in der Therapie epileptischer Anfälle und als Schlafmittel angewendet.
• Diazepam kann in hoher Überdosierung eine Atemdepression bis hin zum Atemstillstand hervorrufen. Dabei kommt es unter anderem zum Blutdruckabfall bis hin zum Herzkreislaufstillstand. Bei Überdosierung sollte der Notarzt verständigt werden.
• Männer gehen im Schnitt 14-mal jährlich zu einem niedergelassenen Mediziner und Frauen 20-mal, so dass sich ein Durchschnitt von 17 Arztbesuchen pro Versichertem ergibt.
• Ein Viertel der Kassenmitglieder geht höchstens viermal im Jahr zum Arzt. Ein zweites Viertel kommt auf höchstens zehn Arztbesuche und ein drittes Viertel auf bis zu 22 Besuche.
• Die 25 Prozent der Versicherten mit den meisten Arztbesuchen sehen im Schnitt 40-mal im Jahr einen niedergelassenen Arzt.
• Aktuell sind mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt.

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