Auf Streife - Die Spezialisten
Mo 19.09.2016, 18:00

Die Masche mit der Tasche

Schwerer Auffahrunfall auf der Autobahn: Neben der Erstversorgung mehrerer Verletzter rätseln die Spezialisten über den Unfallhergang. Als plötzlich auch noch ein Diebstahl auffällt, überschlagen sich die Ereignisse. - Eine Frau wird mit einer Schnittwunde von ihrem Mann in die Notaufnahme gebracht. Doch dem Arzt fallen bei der Patientin noch weitere Symptome auf: Sie hat Ödeme am Körper und ihr Herz schlägt unregelmäßig. Ihr Zustand verschlechtert sich dramatisch!

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Lakritz ist eigentlich ein einfacher Pflanzenstoff. Erst eine bestimmte Mischung machte aus dem Heilmittel eine süß-herbe Nascherei. Lakritz ist vor allem bei Husten durchaus hilfreich: Es wirkt schleimlösend, schleimverflüssigend und auswurffördernd. Zur Herstellung von Lakritz wird der Saft aus der Wurzel des Süßholzstrauchs verwendet, der einen heilenden Pflanzenstoff enthält. Die Wirkung dieses Stoffes war schon den Römern bekannt, denn in der milden Mittelmeerregion gedeiht das Süßholz besonders gut. Auch ein einfacher Tee aus geraspeltem Süßholz hilft bei Husten, Gastritis und Leberleiden. Heute weiß die Forschung durch wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein wichtiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Wurzel, genannt Glycyrrhizin, antioxidativ und antiviral wirkt. Erst die Mischung aus Zucker, Glukosesirup, Mehl, Kartoffelstärke, Salmiak und Aromen macht aus dem Heilmittel die süß-herbe Nascherei, die in Supermärkten erhältlich sind. Die als Weichlakritze bekannte Süßigkeit kreierte erstmals der britische Apotheker George Dunhill im 18. Jahrhundert. Menschen mit hohem Blutdruck sollten auf Lakritze als Arznei allerdings besser verzichten. Bereits 100 Gramm täglich können zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen führen. Das in der Lakritz enthaltene Glyzyrrhizin bewirkt eine erhöhte Produktion von Kortisol in der Nebenniere, was den Blutdruck steigen lässt.
Hättest du es gewusst: Lakritz kann den Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen, insbesondere den Verlust von Kalium und dadurch zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Ödemen führen. Diese Wirkung beruht darauf, dass Glycyrrhizin, einer der Hauptinhaltsstoffe der Lakritze, den Mineralocorticoidstoffwechsel beeinflusst.
• Schwangere Frauen sollten beim Verzehr von Lakritze vorsichtig sein, denn verschiedene Studien haben einen ungünstigen Einfluss von Bestandteilen aus der Süßholzwurzel auf die embryonale Entwicklung aufgezeigt.
• Wer weder schwanger ist noch unter Bluthochdruck leidet, kann Lakritz-Tee als Heilmittel verwenden und trinken.
• Isst man Lakritz lieber als salzige Nascherei, sollte man auf den Packungshinweis "Extra stark, Erwachsenenlakritze – keine Kinderlakritze" achten.
• Im Jahr 2015 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 2,01 Millionen Personen, die mehrmals pro Woche Lakritz konsumierten.
• Im Jahr 2015 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren 140.000 Personen, die täglich Lakritz konsumierten.
• Im Jahr 2015 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren 36,91 Millionen Personen, die nie Lakritz konsumierten.

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