Auf Streife - Die Spezialisten
So 03.07.2016, 08:10

Ein Stich ins Herz

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Ein Junge hat sich mit einem Messer schwer verletzt. Seine beiden Brüder erzählen den Sanitätern, dass die neue Freundin ihres Vaters den Kleinen mit dem Messer angegriffen hat. Auf einem Malzfabrikgelände stehen zwei Menschen in Flammen und müssen schnellstmöglich gerettet werden. Und:  Vor der Notaufnahme liegt eine junge Frau. Bei der näheren Untersuchung stellt sich heraus, dass die Patientin erst vor wenigen Minuten Mutter geworden sein muss. Doch wo ist ihr Baby?

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Eine Babyklappe, auch Babynest, Babykörbchen, Babyfenster oder Drehlade genannt, ist eine Vorrichtung, mit der Neugeborene anonym bei einer Institution abgegeben werden können. Das neugeborene Baby kann durch eine Klappe in ein Wärmebett gelegt werden. Sobald die Klappe geschlossen ist, wird durch einen heute meist elektronischen Alarm Hilfe herbeigerufen, so dass das Kind versorgt werden kann. Charakteristisch für das Hilfskonzept der Babyklappen ist, dass sie die Möglichkeit bieten, ein Kind abzugeben und dabei sowohl für die Gesundheit des Kindes, als auch für die Anonymität der Mutter Sorge getragen wird.

Viele Einrichtungen hinterlegen in der Klappe Informationsmaterial, in dem der betroffenen Mutter eine anonyme Beratung angeboten wird. Babyklappen gibt es seit dem 12. Jahrhundert. Nach Darstellung der betreibenden Einrichtungen ist es deren Ziel, Aussetzungen oder Tötungen Neugeborener zu verhindern. Babyklappen sind rechtlich wie moralisch und bezüglich ihres Nutzens umstritten. Kritiker meinen, Kinder würden in Babyklappen "entsorgt" und ihres Rechts auf Wissen um Abstammung beraubt.

 

 

Hättest du es gewusst: Sogenannte Findelkinder wurden schon vor Jahrhunderten von Findelhäusern und Waisenhäusern aufgenommen. Eine der ältesten „Babyklappen“ ist noch heute am Vatikanischen Hospital Santo Spirito sichtbar. Papst Innozenz III. ließ gegen Ende des 12. Jahrhunderts als erster verfügen, dass an den Pforten der Findelhäuser sogenannte Drehladen angebracht wurden.

 

  • Zwischen 2000 und 2012 wurden bundesweit 652 Babys anonym geboren, 278 in eine Babyklappe gelegt und 43 anonym übergeben - insgesamt 973. Viele Mütter nehmen ihre Babys später doch zu sich, vor allem dann, wenn sie in den Einrichtungen gut betreut wurden.
  • Etwa 10 Prozent aller Frauen sind während der Schwangerschaft von einer Depression betroffen, nach einer Studie erfüllten in der 32. Schwangerschaftswoche 13,5 Prozent der Schwangeren die Kriterien einer möglichen Depression.
  • Die Gründe für eine Depression während der Schwangerschaft sind vielfältig: Stimmungsbeeinflussung durch Schwangerschaftshormone, Probleme in der Partnerschaft, familiäre oder persönliche Depressionen in der Vergangenheit, langes Warten oder vorangegangene Fehlgeburten sowie Missbrauchs-Situationen.

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