Auf Streife - Die Spezialisten
Do 23.06.2016, 18:00

Eiskalter Betrüger

Ein Ehepaar ist auf der Autobahn im Nebel verunglückt. Bei der Halterabfrage stellt sich heraus, dass das Auto kein Firmenwagen ist, sondern einer unbekannten Frau gehört. - Ein Mann hat sich bei einem Sturz von einer Leiter mit einer Nagelpistole mehrere Nägel ins Bein gejagt. Doch nicht nur er wurde getroffen. - Und: Lebensgefährliche Pfefferspray-Attacke: Ein Jugendlicher wurde von einem Auto erfasst. Die Täterin hatte ein ungewöhnliches Motiv dafür.

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Pfefferspray ist ein Reizstoff, der gegen Menschen und andere Säugetiere wirkt. Mit dem Begriff Pfefferspray ist meist ein Reizstoffsprühgerät mitsamt dem enthaltenen Wirkstoff Oleoresin Capsicum „OC“ gemeint. Es handelt sich dabei um ein Extrakt, das aus dem Fruchtfleisch von Chilischoten gewonnen wird. Er wird in der Regel als Distanzwaffe verwendet. In den USA, Kanada und in Russland dient er als Bärenabwehrmittel. Da die Reizstoffsprühgeräte in Deutschland nur als Abwehrmittel gegen Tiere verkauft werden dürfen, ist auf allen Abwehrsprays der Hinweis „Nur zur Tierabwehr“ aufgedruckt. Eine Anwendung gegenüber Menschen ist nur bei Vorliegen einer Notlage und einem rechtswidrigen Angriff als Notwehr erlaubt. Polizeivollzugsbeamte dürfen Pfefferspray auch gegen Menschen einsetzen, zum Beispiel, um Zwang auszuüben. Auch sie müssen dann aber nachweisen, dass es verhältnismäßig war, Pfefferspray einzusetzen  Das Funktionsprinzip eines Reizstoffsprühgerätes ist identisch mit dem einer Sprühdose. Die im Handel erhältlichen Sprays können den Wirkstoff flüssig, als Schaum oder als Gel freisetzen. Die Reichweite beträgt bei handelsüblichen Geräten 1,5 bis 5 m. Die Wirkung eines Pfeffersprays auf die Augen ist sehr schmerzhaft. Die Augenlider werden aufgrund starker Schmerzen sofort geschlossen. Die Augenbindehaut wird gerötet und schwillt an. Aufgrund des Lid-Reflexes, das Auge zu schließen, in Kombination mit dem starken Tränenfluss, besteht eine temporäre Blindheit bis zu 30 Minuten. Es führt weiterhin zu nicht kontrollierbaren, anhaltenden Hustenanfällen, hervorgerufen durch die Atemwegsreizungen. Bei Kontakt mit der Haut führt es zu einer Entzündungsreaktion mit intensiver Hautschwellung- und Rötung. Die Haut schmerzt extrem und fühlt sich verbrannt an. Das Brennen kann bis zu 60 Minuten anhalten.

 

Hättest du es gewusst: Mit stolzen 1,5 Millionen Einheiten auf der Scoville-Scala ist die „Carolina Reaper“ die schärfste Chili der Welt. Im Vergleich dazu liegt Pfefferspray bei ca. 2,5 Millionen Einheiten.

 

  • Pfefferspray, das mit dem Begriff „Tierabwehrspray“ oder „nur zur Tierabwehr“ gekennzeichnet ist, unterliegt nicht den Vorschriften des Waffengesetzes. Dieses Pfefferspray kann ohne Alterseinschränkung von jedermann gekauft und mitgeführt werden. Sobald dieser Aufdruck fehlt, ist jedoch ein kleiner Waffenschein zwingend erforderlich.
  • Auch wenn es selten vorkommt, so kann ein Asthmatiker oder ein Drogenabhängiger durch den Kontakt von Pfefferspray zu Tode kommen.
  • Zwischen Capsaicin, dem Chili-Wirkstoff aus dem Pfefferspray, und Kokain kann es Pfefferspray-Kritikern zufolge zu fatalen Wechselwirkungen kommen.
  • Von 1.000 Kindern sterben in Deutschland 0,2 an einem plötzlichen Kindstod.
  • Fast 14 Prozent aller im Straßenverkehr Verletzten kommen im Schnitt auf einem Fahrrad zu Schaden.
  • Im Jahre 2014 verunglückten in Deutschland 7252 Kinder zwischen 10 und 15 Jahren mit dem Fahrrad, davon 930 schwer.
  • Das Tragen eines Fahrradhelmes kann rund 80% der möglichen Schädelverletzungen verhindern.

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