Auf Streife - Die Spezialisten
Mi 21.09.2016, 18:00

Feiern bis der Arzt kommt

Eine Frau ist in einen Scherbenhaufen gefallen und hat sich schwere Schnittverletzungen zugezogen. Die stark alkoholisierten Freunde der Verletzten stören die ärztliche Behandlung so sehr, dass sich die Lage zuspitzt und sogar ein Sanitäter verletzt wird. - Ein Mann ist vom Dach gestürzt und beim Aufprall unglücklich auf eine Antenne gefallen, die seinen Bauch durchbohrt hat. Während der Behandlung in der Notaufnahme bekommt der Patient Kammerflimmern!

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Es mag widersprüchlich klingen: Gerade durch die besonders hohe Stromstärke von mehreren zehntausend bis zu mehreren hunderttausend Ampére überleben rund zwei Drittel aller Opfer eines Blitzschlags. Während des Stromanstiegs steigt die Spannung am menschlichen Körper auf bis zu mehrere 100.000 Volt an. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Steckdose steht hierzulande unter einer Spannung von 230 Volt. Durch diese enorme Spannung kann der Blitz in vielen Fällen den Abstand zum Boden überbrücken. Er wird an der Körperoberfläche entlang direkt in den Boden abgeführt. Der Großteil des Stroms fließt dann nicht durch den Körper, sondern auf der Oberfläche. Diesem Überschlag oder "flash-over" ist es zu verdanken, dass nicht jeder Blitz tödlich ist. Aber: Auch wenn man zu den Überlebenden gehört, ist ein Blitzschlag mit mehr oder minder starken körperlichen Beeinträchtigungen verbunden, welche aus der elektrischen Energie, der hohen Temperatur und dem enormen Druck resultieren. So können an den Ein- und Austrittsstellen Verbrennungen und Verbrühungen ersten bis dritten Grades entstehen. Schädigungen des Herzens, des Nervensystems sowie des Hör- und Sehvermögens treten häufig auf. Und auch die psychischen Folgen eines Blitzschlags sind nicht zu vernachlässigen.

Hättest du es gewusst:

Roy Cleveland Sullivan (* 7. Februar 1912 im Green County, USA; † 28. September 1983) war ein Forstbediensteter im Shenandoah-Nationalpark in Waynesboro (Virginia). Weltweite Berühmtheit erlangte Sullivan durch die Tatsache, dass er während seiner Lebenszeit siebenmal vom Blitz getroffen wurde und jeden dieser Blitzschläge überlebt hat.

Zwischen drei und sieben Personen werden hierzulande jedes Jahr vom Blitz getroffen. Wie durch ein Wunder bleiben viele von ihnen am Leben, manche sogar nahezu unversehrt.

  • Es können bei einem Blitzeinschlag in den menschlichen Körper bleibende Schäden entstehen oder nach anfänglicher Beschwerdefreiheit doch noch Spätfolgen eintreten. Denn im Blitz entlädt sich Starkstrom – das können bis zu 200 000 Ampere sein.
  • Während der größte Teil des Stroms bei einem Blitzeinschlag außen am Körper entlang fließt, läuft ein geringerer Teil durch ihn hindurch. Dieser schwächere Strom ist noch immer sehr gefährlich: Er kann zu Herzstillstand oder schweren Gehirnschäden wie einer Lähmung des Atemzentrums führen – und dadurch oft auch zum Exitus. Selbst über mehrere Meter Distanz vermag ein Blitz noch zu töten: etwa durch einen zur Seite zuckenden Lichtbogen.
  • Bei 82 Millionen Einwohnern in Deutschland besteht nur eine Wahrscheinlichkeit von 1:18.000.000, durch einen Blitz zu sterben und eine Wahrscheinlichkeit von etwa 1:6.000.000, von einem Blitz getroffen zu werden.
  • Nach Jahren des Rückgangs sind 2014 wieder mehr Moped- oder Motorradfahrer verunglückt. Die Polizei zählte laut vorläufigen Zahlen 45.500 Zweiradunfälle mit Personenschaden. 2013 waren es 41.150 gewesen. 675 Motorradunfälle endeten 2014 tödlich.
  • Insbesondere die relativ milden Wintermonate und ein sehr warmer, trockener Frühling haben im vergangenen Jahr zu mehr Getöteten und Verletzten auf Deutschlands Straßen geführt, so die Statistiker. Denn bei günstigen Witterungsbedingungen werde mehr und häufig schneller gefahren.

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