Auf Streife - Die Spezialisten
Mo 25.07.2016, 18:00

Im Scheinwerferlicht

Dramatische Szenen im Theater: Eine Burlesque-Tänzerin ist von einer herunterfallenden Lichtanlage schwer verletzt worden. Ein Gerüststarb steckt in ihrem Oberschenkel fest, wodurch höchste Vorsicht bei der Versorgung geboten ist! Plötzlich stellt sich heraus, dass noch eine weitere Tänzerin vor Ort war. Ist auch ihr etwas zugestoßen? - Die Zollbeamten überprüfen routinemäßig ein Freizeitboot und stoßen auf tausend blaue Pille, die sich als Ecstasy herausstellen!

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Meldonium ist der internationale Freiname für einen herz- und kreislaufwirksamen Arzneistoff. Es wird von dem lettischen Pharmaunternehmen Grindeks produziert und vermarktet. Als Medikament ist es in einigen osteuropäischen Staaten, wie beispielsweise Russland und Litauen, zugelassen, nicht jedoch in Deutschland oder den Vereinigten Staaten. Seit dem 1. Januar 2016 steht es als unerlaubte Substanz auf der Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Seitdem wurde es bei diversen Athleten nachgewiesen. Meldonium wird in den Ländern, in denen es zugelassen ist, bei Angina pectoris und Herzinfarkt verschrieben. Das Konzept dahinter ist die Vorstellung, dass der Metabolismus des Herzmuskels im Falle einer Ischämie, z. B. in Folge eines Herzkranzgefäßverschlusses, von aeroben auf den anaeroben Stoffwechsel umgestellt werden soll, um die Herzmuskelzellen trotz Sauerstoffmangels noch mit der notwendigen Energie zu versorgen. Meldonium ist oral wirksam und in Form von Kapseln und Tabletten auf dem Markt. Zusätzlich gibt es auch eine 10 %ige Lösung für die intravenöse Injektion.

Hättest du es gewusst: Seit dem 1. September 2015 wurde die Sportwelt auf allen möglichen Kanälen vor der Einnahme von Meldonium gewarnt; weil seit dem 1. Januar diesen Jahres jeder positive Test als Doping-Vergehen gilt. Bislang sind rund 50 Athleten positiv getestet worden unter anderem Maria Scharapowa. Die Doping-Probe stammt vom 26. Januar während der Australian Open in Melbourne.

• Im internationalen Sport hat es in diesem Jahr bereits 99 Dopingfälle mit dem seit Januar verbotenen Mittel Meldonium gegeben. Das bestätigte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA der Nachrichtenagentur AP.
• Bei Sportlern führt Meldonium zu einer allgemeinen Leistungssteigerung, die Erholungsphase wird verkürzt und die Motivation gesteigert.
• Beim malignen neuroleptischen Syndrom handelt es sich um eine seltene, lebensbedrohliche Nebenwirkung, die durch eine hochdosierte Applikation hochpotenter Antipsychotika der 1. Generation (z. B. Haloperidol, Benperidol), induziert werden kann.
• Von den in Deutschland jährlich registrierten 1,5 Millionen Sportverletzungen gehen 500.000 auf Fußballer zurück.
• Im Jahr 2010 wurden insgesamt 8.652 Trainingskontrollen und 5.257 Wettkampfkontrollen durch die Sportverbände und die NADA (Nationale Anti Doping Agentur Deutschland) durchgeführt.
• Eine Tachykardie (Herzrasen) ist ein anhaltend beschleunigter Puls auf über 100 Schläge pro Minute beim erwachsenen Menschen; ab einem Puls von 150 Schlägen/min spricht man von einer ausgeprägten Tachykardie.
• Als Nasenbeinfraktur wird der Bruch der Nasenbeine verstanden. Häufig wird die Fraktur durch einen Schlag oder einen Stoß verursacht. Die Nase ist als vorstehender Körperteil besonders häufig Gewalteinwirkungen ausgesetzt, z. B. durch Hinfallen oder mutwillige Schlägereien.
• Wenn die Nasenbeinfraktur keine Verschiebungen von Knochenbruchteilen vorweist, muss nicht operiert werden. Die einzelnen Teile können von ganz alleine wieder zusammenwachsen. Besteht eine Verschiebung, sollte die Operation innerhalb der darauf folgenden 10 Tage erfolgen. Die Nase würde sonst eine dauerhafte Schiefstellung einnehmen.
• An der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS-SPOHO) liegt die Durchfallquote des Sporteignungstest bei ca. 50 %.

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