Auf Streife - Die Spezialisten
Fr 29.07.2016, 18:00

Killerreifen

Ein Mann hat sich beim Reinigen der Regenrinne schwer verletzt. Handelt es sich hier tatsächlich um einen tragischen Haushaltsunfall? Oder steckt der aufbrausende Nachbar dahinter, der mit dem Verletzten im Dauerclinch liegt? - Die Spezialisten suchen in einem Waldstück fieberhaft nach einem Pärchen, das in einem Wohnmobil eingeschlossen ist. Als sich herausstellt, dass der Notrufgeber unter Platzangst leidet und seine Frau einen Asthmaanfall bekommt, ist höchste Eile geboten.

Mehr zum Thema nekrotisierende Fasziitis

Bei der nekrotisierenden Fasziitis handelt es sich um eine durch Bakterien ausgelöste, sehr heftig (foudroyant) verlaufende Infektionskrankheit der Unterhaut und Faszien. Betroffen sind häufig Patienten mit Diabetes mellitus oder anderen Erkrankungen, die zu Durchblutungsstörungen (Raucherbein) oder verminderter Körperabwehr führen. Die Eintrittspforte für die Erreger können kleinste Hautverletzungen sein. Anfang 2005 sind erste Fälle bekannt geworden, bei denen die Krankheit durch antibiotikaresistente Staphylokokken ausgelöst wurde, zunehmend auch MRSA. Die nekrotisierende Fasziitis beginnt mit unspezifischen Krankheitszeichen wie starken örtlichen Schmerzen und Fieber. Innerhalb kurzer Zeit schwellen die betroffenen Stellen an, werden heiß, rot und werfen Blasen. Später kann es in diesen Bereichen zu einem vollständigen Absterben (Nekrose) der Haut (Cutis), Unterhaut (Subcutis) und der Muskelfaszie kommen. Das infizierte Gewebe muss schnellstmöglich – noch vor dem Erregernachweis – vollständig operativ entfernt werden, ansonsten kann die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit zu großflächigen Hautverlusten und zum Tod führen. Eine Sonderform ist die Fournier-Gangrän als fieberhafte Gangrän der Leistenregion und Genitalregion, die vor allem bei Männern auftritt. Bei Neugeborenen geht eine Omphalitis häufig in eine nekrotisierende Fasziitis der Nabelgegend über.

Hättest du es gewusst: Halle Berry, eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen der Welt, hat seit ihrem 23. Lebensjahr Diabetes Typ I und spritzt täglich Insulin. Seitdem sie einmal in ein diabetisches Koma gefallen ist, engagiert sich Halle Berry ehrenamtlich in der Juvenile Diabetes Association.

• Die Inzidenz der Erkrankung beträgt 0,4 bis 1,0 Fälle auf 100.000 Einwohner. Am häufigsten sind Menschen mit peripheren Durchblutungsstörungen, Störungen des Lymphabflusses oder Immundefizienz betroffen, häufig Diabetiker.
• In Deutschland gibt es aktuell mehr als 6 Millionen Menschen mit Diabetes. Dies ist eine Steigerung um 38 Prozent seit 1998.
• Von diesen 6 Millionen weiß jeder Fünfte (=1,3 Millionen) noch nicht von seiner Erkrankung.
• Jeden Tag erkranken fast 1.000 Menschen neu an Diabetes.
• Mehr als 90% der Betroffenen leiden an Typ-2-Diabetes.
• 300.000 Menschen in Deutschland haben Diabetes Typ 1. Davon sind mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren.
• Rund 50% der Typ-2-Diabetiker könnten ohne Medikamente gut behandelt werden, d.h. mit Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, spezieller Schulung und Bewegung.
• Mehr als 1,5 Millionen Typ-2-Diabetiker werden mit Insulin behandelt, sei es als kombinierte Therapie mit Tabletten, konventionelle Zweispritzentherapie oder intensivierte Insulintherapie ähnlich wie Typ-1-Diabetiker.
• Von den etwa 300.000 Typ-1-Diabetikern wurden bisher über 40.000 in der Insulinpumpentherapie unterwiesen.
• Ursachen für Diabetes sind: Familiäre Veranlagung, zu wenig Bewegung und Übergewicht sind die wichtigsten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes.
• Übergewicht fördert Diabetes Typ 2. Zwei Drittel der Männer (67 %) und mehr als die Hälfte der Frauen (53 %) haben ein zu hohes Körpergewicht. Knapp ein Viertel (23 % bzw. 24 %) ist schwer übergewichtig (adipös); die Tendenz ist steigend.

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