Auf Streife - Die Spezialisten
Di 01.11.2016, 11:00

Schulfrei

Die Sanitäter sind auf dem Heimweg zu einer Vollbremsung gezwungen: Auf der Straße liegt ein betrunkener Junge. Während der Versorgung entdecken die Sanitäter nur einige Meter weiter einen heftigen Streit zwischen zwei Schülern und einer Lehrerin. - Blutverschmierter, völlig verstörter Junge in der Notaufnahme! Seine Eltern fürchten, dass sein großer Bruder etwas wissen könnte. Doch wo steckt der? Braucht er vielleicht selbst Hilfe?

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Die Bisswunde ist eine Wunde, die durch mechanische Einwirkung von Tier- oder Menschenzähnen auf eine Körperpartie entsteht. Dabei werden die im Mund befindlichen Bakterien auf das Bissopfer übertragen und können lokale oder systemische Infektionen verursachen. In Deutschland werden Bisswunden am häufigsten durch Hunde verursacht. Abhängig von der Größe des Tieres kann die Verletzung klein, aber auch sehr groß sein. Manche Hundekiefer quetschen die Haut stark oder zerfetzen die Wundränder. Katzen hinterlassen meist tiefe, punktförmige Verletzungen. Die Bisse können bis zum Knochen oder in ein Gelenk reichen. Im Speichel von Katzen tummeln sich mehr Bakterien als im Speichel von Hunden. Katzenbisse entzünden sich daher leicht und eitern schnell. Noch gefährlicher sind Bisse von Menschen: In einem Milliliter Speichel schwimmen ungefähr hundert Milliarden Bakterien, Viren und Pilze! Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich Menschenbisse schnell entzünden. Mit dem Biss eines Menschen können auch die viralen Erreger gefährlicher Krankheiten wie HIV oder Hepatitis B und C übertragen werden. Andere Tiere beißen hierzulande vergleichsweise selten zu. Schlangenbisse - beispielsweise von einer Kreuzotter oder einer Viper - lassen den betroffenen Körperteil schmerzhaft anschwellen. Bisswunden sind nicht nur gefährlich, weil Bakterien zu einer eitrigen Entzündung führen können. Wird man von einem Tier gebissen, kann man sich mit dem Tollwutvirus anstecken. Tollwut führt zu einer Entzündung des Gehirns, die in der Regel tödlich endet.

Hättest du es gewusst: 2004 war der erste Fall dokumentiert in dem ein Mensch eine Infizierung mit Tollwut überlebte, ohne vor Auftreten der Symptome geimpft worden zu sein. Die 15-Jährige Jeanna Giese wurde zuvor von einer Fledermaus gebissen. Sie wurde eine Woche ins künstliche Koma versetzt, damit sich ihr Körper wehren kann. Sie konnte sich durch langjährige Rehamaßnahmen zurück ins Leben kämpfen.  

• In Deutschland wird die Zahl der Bissverletzungen in Deutschland auf jährlich insgesamt 30.000 bis 50.000 geschätzt.
• Von Hunden stammten 60 bis 80 Prozent dieser Bissverletzungen.
• Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Hunde stieg zwischen 2011 und 2014 um 26 Prozent auf 6,8 Millionen.
• Die „aggressivsten“ Tiere waren 2014 mit 113 beziehungsweise 64 Fällen Mischlinge oder Schäferhunde.
• Für 90 Prozent der Bissverletzungen sei der eigene oder ein bekannter Hund verantwortlich.
• Die Zahl der Todesfälle durch Tollwut wird weltweit auf etwa 55.000 pro Jahr geschätzt.
• Eine Tollwut-Impfung muss schon beim Verdacht auf den Kontakt mit einem tollwütigen Tier durchgeführt werden. Im Falle einer Infektion ist sie die einzige Chance auf Rettung.  
• Deutschland gilt seit dem Jahr 2008 als frei von der klassischen Wildtollwut. Gelungen ist dies durch die Immunisierung von Wildtieren durch Futterköder, insbesondere der Füchse. Hinzu kamen regelmäßige Tollwut-Impfungen von Haustieren.
• Für in Deutschland lebende Menschen besteht heute nur noch bei Reisen in Länder, in denen die Tollwut noch vorkommt, ein erhöhtes Infektionsrisiko. Eine Krankheitsübertragung durch  Fledermäuse kann in Deutschland allerdings weiterhin nicht ausgeschlossen werden.

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