Auf Streife - Die Spezialisten
Fr 30.09.2016, 18:00

Segway to Hell

Bei einem Zusammenprall mit einem Segway erleidet ein Junge schwere Kopfverletzungen. Der Fahrer schiebt die Schuld auf das hilflose Kind, dessen Zustand sich immer weiter verschlechtert. Wie konnte es zu dem tragischen Unglück kommen? - Eine besorgte Mutter bringt ihren jugendlichen Sohn in die Notaufnahme: Er leidet unter starker Atemnot, Schwindel und Magenkrämpfen. Die Ärzte sind alarmiert, denn der Junge hat vor wenigen Monaten zwei Nieren transplantiert bekommen.

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Phosphorsäureester sind Ester der Orthophosphorsäure, die durch die Reaktion der Säure und Alkoholen unter Abspaltung von Wasser entstehen. Sie werden als organische Phosphate bezeichnet, gehören aber nicht zur Gruppe der Organophosphorverbindungen. Phosphorsäureester dienen in Kunststoffen und Lacken als Weichmacher, Flammschutzmittel, Härter, als Beiz- und Haftmittel beim Aufbringen von Farben und Lacken, in der Metalloberflächenbehandlung als reinigende, korrosionshemmende und haftvermittelnde Substanzen, als Hilfsmittel für Textilien und Papier, als Putz- und Reinigungsmittel und Hydraulik-Flüssigkeit. Die Giftwirkung beim Menschen führt zu einer Acetylcholin-Überflutung mit muscarin- und nicotinartigen Symptomen. Mögliche Symptome einer Phosphorsäureester-Vergiftung sind: leicht erhöhtes Leukämierisiko; erhöhtes Krebsrisiko; Augenschmerzen; Abwehrschwäche; Infektanfälligkeit; Appetitlosigkeit; Atemnot; Augenreizung, Bauchschmerzen; Benommenheit; Übelkeit; Erbrechen; Herzrhythmusstörungen; Kopfschmerzen; Krämpfe; Blutdruckschwankungen; Magen-Darm-Störungen; Müdigkeit; Muskelschwäche; Muskelsteifigkeit; Muskelzuckungen; Pupillenerweiterung; Schlafstörungen; Schleimhautreizungen; Schweißausbrüche; vermehrter Speichelfluss; Sprach-, Sehstörungen; Übererregbarkeit; Unruhe und Zittern.
Hättest du es gewusst: Erhebliche wirtschaftliche Bedeutung haben Phosphorsäureester als Pflanzenschutzmittel, insbesondere als Insektizide. Phosphorsäureester ist giftig, wodurch auch beim Durchqueren von Feldern höchste Vorsicht geboten ist.
• Im Jahr 2014 wurden 776 Mittel (ohne ruhende Zulassungen) mit 1.473 Handelsnamen (Mittel können als 'Vertriebserweiterungen' unter mehreren Handelsnamen vertrieben werden) zugelassen.
• Die Zahl eingesetzter Wirkstoffe in den zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist während des gesamten Zeitverlaufs seit 1994 (248 Wirkstoffe), abgesehen von einem kurzzeitigen leichten Anstieg in den Jahren 1998 bis 2000, annähernd konstant geblieben. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 276 Wirkstoffe eingesetzt.
• In der Notfallmedizin sind Vergiftungsfälle nicht selten. Laut Statistik machen sie fast ein Fünftel aller Notarzteinsätze aus - mit steigender Tendenz.
• Das Spektrum der Intoxikationen reicht von eher harmlosen Reinigungsmitteln bis hin zu akut lebensbedrohenden Giften wie etwa Phosphorsäureester, bei denen schnell gehandelt werden muss.
• Ein deutschlandweites Netz von Giftnotrufzentralen steht nicht nur Privatpersonen, sondern auch Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung.
• Im Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Dauer von Erkrankungen aufgrund von Verletzungen und Vergiftungen in Deutschland 19,3 Tage.

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