Auf Streife - Die Spezialisten
Mo 04.07.2016, 18:00

Sexsomnia

Ein Mann stürzt vom Balkon und fällt auf einen Glastisch. Noch am Unfallort wird der Vorwurf der sexuellen Nötigung laut. Hat er wirklich seine schlafende Schwägerin belästigt? - Eine Frau hat ihren Mann schwerverletzt zwischen einer Mauer und dem Traktor gefunden. Die Enkeltochter liegt ohnmächtig in der Scheune. Was ist hier vorgefallen? - Nachdem sich zwei Jungs im Streit mit Lackierfarbe vollgesprüht haben, kollabiert der eine kurz darauf in der "Klinik am Südring".

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Sexsomnia ist die Bezeichnung für eine Schlafstörung, die wie das Schlafwandeln zum Bereich der Parasomnien und zur Gruppe der nichtorganischen Schlafstörungen gehört. Diese Störung ist ein Zustand, in dem der Betroffene scheinbar wach ist, sexuelle Handlungen wie Masturbation oder bei Anwesenheit einer weiteren Person auch Geschlechtsverkehr vollführt, aus dem Schlaf jedoch nicht zu Bewusstsein kommt und sich nach dem Aufwachen oft an seine Handlungen nicht mehr erinnern kann. Die Schlafstörung Sexsomnia ist bei Abwesenheit einer weiteren Person in der Regel harmlos, sie kann aber auch in manchen Fällen zu eigenen Verletzungen führen. Bei nächtlicher Anwesenheit von anderen Personen können diese jedoch von beiden Seiten ungewollt mehr oder minder gravierend in Mitleidenschaft gezogen werden, denn das Bewusstsein des von Sexsomnia Betroffenen ist eingeschränkt und eine Orientierung äußerst mangelhaft. Die Abgrenzung von Sexsomnia zur absichtlichen Vergewaltigung ist problematisch, da von Sexsomnia Betroffene durchaus gegenüber anderen anwesenden Personen auch gewaltsam handeln können und eine eindeutige Aufklärung über ihren dabei vorhandenen tatsächlichen Bewusstseinsgrad im Nachhinein schwierig ist. Männer sind von Sexsomnia in etwa dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

 

Hättest du es gewusst: Sexsomnia konnte im Rahmen einer kanadischen Studie bei 7,6 % der Patienten (11 % der Männer und 4 % der Frauen) beobachtet werden, die sich wegen vermuteten Schlafstörungen untersuchen ließen. Der Anteil an Betroffenen in der weltweiten Gesamtbevölkerung wird aber von Experten als weitaus geringer vermutet.

 

  • Sexsomnia ist ein Zustand, in dem man Sex automatisch hat, ohne aufzuwachen.
  • Männer sind von Sexsomnia in etwa dreimal so häufig betroffen wie Frauen.
  • Sexsomnia ist eine Form von Schlafwandeln
  • Jede sechste Frau und jeder 14. Mann ist laut einer repräsentativen Umfrage des Bundes nach eigenem Empfinden am Arbeitsplatz schon einmal  sexuell belästigt worden.
  • In der EU ist laut einer Umfrage jede zweite Frau schon einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.
  • Im Jahr 2014 wurden 4622 Fälle von sexueller Nötigung in Deutschland polizeilich erfasst.

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