Auf Streife - Die Spezialisten
Mi 17.08.2016, 18:00

Surfen bis der Arzt kommt

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Notarzt und Sanis werden zu einem Gleisbett gerufen. Dort liegen drei schwerverletzte Jungen, die beim Bahn-Surfen vom Waggon gefallen sind. - In einer Kiesgrube rutscht ein LKW ab und begräbt eine 16-Jährige unter sich. Ein weiteres Kind wird vermisst. Ist es ebenfalls begraben worden? - Eine Schülerin kommt mit einem blauen Auge in die Notaufnahme. Die begleitende Lehrerin freut sich, als zwei Schülerinnen das verletzte Mädchen besuchen - doch dann eskaliert die Situation!

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Als S-Bahn-Surfen bezeichnet man das Festklammern an der Außenwand eines fahrenden S-Bahn-Zuges. Dies wird – zumeist unter Jugendlichen – aus Lust an der Gefahr oder als Mutprobe praktiziert. Der S-Bahn-Surfer klettert dabei nach der Anfahrt über die Tür oder ein Fenster aus dem fahrenden Waggon und hält sich mit den Händen außen an der Dachkante fest, während er sich mit den Füßen auf dem geöffneten Fenster abzustützen versucht. Auch praktiziert wird das Aufspringen auf den anfahrenden Zug, sowohl von der Seite als auch von hinten, wobei man zwischen Zug und Bahnsteigkante oder unter den Zug geraten kann.

er Surfer kann sich dann auch auf die Puffer oder Tritte stellen, die an den Fahrzeugen angebracht sind. Dabei besteht die Gefahr, auszurutschen, ins Gleisbett oder auf die Schienen zu fallen und von den Rädern der Waggons überrollt zu werden. Oftmals klettern Zugsurfer auch auf das Dach des Zuges beziehungsweise der S-Bahn. Dieser sogenannte „Roofride“ ist der gefährlichste Typ des Surfens. Hier besteht die Gefahr, dass auch ohne direkten Kontakt mit der elektrifizierten Oberleitung eine Spannung auf den Surfer überspringt. Da je nach Netz eine Spannung von bis zu 25.000 Volt anliegt, kann es zu schweren Verbrennungen oder zum Tod führen. S-Bahn-Surfen kann eine Ordnungswidrigkeit im Sinne von § 28 Abs. 1 Nr. 9 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) darstellen und mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Hättest du es gewusst: Es sind auch Fälle bekannt, bei denen das „Bahn“-Surfen auch mit einem schnelleren Fahrzeug ausgeübt wurde. Ein durch Internetportale bekannt gewordener Fall ist die Mitfahrt an der Heckscheibe eines ICE von Hanau nach Frankfurt, wobei sich der Surfer mithilfe einer Vakuumpumpe an der in Fahrtrichtung hinten befindlichen Scheibe des Führerstandes des Zuges festsaugte. Bitte nicht nachmachen! Lebensgefahr!!!!

• S-Bahn-Surfen kann eine Ordnungswidrigkeit im Sinne von § 28 Abs. 1 Nr. 9 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) darstellen und mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
• Im Jahr 2008 sind alleine in Deutschland 40 Jugendliche beim S-Bahn-Surfen umgekommen.
• In Deutschland sterben jährlich zwischen 50 und 120 Personen an den Folgen von Elektrounfällen, wobei ca. 90 % durch Niederspannung und 10 % durch Hochspannung verursacht werden.
• Das Risiko, während einer Fahrt mit dem PKW durch einen Unfall zu sterben, ist 55-mal höher als bei einer Bahnfahrt.

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