Auf Streife - Die Spezialisten
Do 17.11.2016, 18:00

Wolfsblut

Ein Junge wurde am Bauernhof von einem Wolf gebissen. Das Tier schleicht um den Bauernhof herum und verhindert den Abtransport. Die Lage dramatisiert sich, da der Bruder des Opfers jede Minute nach Hause kommen könnte und dem Wolf in die Arme laufen würde. - Ein Familienvater wird nach einem Longboard-Unfall in die Notaufnahme eingeliefert. Er ist in einen Stapel Schnittholz gekracht, wobei sich ein Ast durch seine Schulter gebohrt hat. Die Ärzte kämpfen um sein Leben.

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Die Tollwut ist eine seit Jahrtausenden bekannte Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute, fast immer tödliche Enzephalitis (Gehirnentzündung) verursacht. Früher benutzte man synonym auch die Bezeichnungen Hydrophobie bzw. Aquaphobie („Wasserfurcht“ oder „Wasserscheu“ als typisches Symptom der Erkrankung). Gebräuchlich war bis ins 19. Jahrhundert die Benennung als Hundswut (schriftlich ist die Bezeichnung Tollwut erst seit 1810 nachweisbar). Ausgelöst wird die Krankheit beim Menschen meist durch das Rabiesvirus. Die meisten Arten warmblütiger Tiere können von diesem Virus infiziert werden, unter Pflanzenfressern ist es jedoch selten. Das stereotype Bild eines tollwütigen Tieres ist der aggressive Hund mit Schaum vor dem Maul. Aber auch Katzen, Frettchen, Füchse, Dachse, Waschbären, Stinktiere und Wölfe können tollwütig werden beziehungsweise die klassische Tollwut oder eine andere Form übertragen. Bei den Fledertieren gilt dies für den Gemeinen Vampir, der sich von Blut ernährt, aber auch für insektenfressende Fledermäuse und selten auch für die fruchtfressenden Flughunde. Hauptüberträger ist in den europäischen Ländern der Fuchs, während beispielsweise in Indien streunende Hunde als Hauptinfektionsquelle gelten. Die Inkubationszeit – also die Periode zwischen der Infektion und den ersten, grippeartigen Symptomen – beträgt meist zwischen einem und drei Monaten. Es wurden jedoch auch Inkubationszeiten von mehreren Jahren beschrieben. Louis Pasteur entwickelte 1885 die erste Tollwut-Impfung mit abgeschwächten Erregern und rettete durch eine postexpositionelle Impfung am 6. Juli 1885 das Leben von Joseph Meister, der von einem tollwütigen Hund gebissen worden war.

Hättest du es gewusst?

Zur Bekämpfung der Fuchstollwut wurden bis 2008, neben einer Bestandsverringerung durch eine verstärkte Bejagung des Fuchses, Impfköder zur oralen Immunisierung der Füchse großflächig aus Flugzeugen in den gefährdeten Bezirken abgeworfen. Ergänzt wurden diese Maßnahmen durch Handauslagen von Ködern.
• Nach einer Schätzung der WHO sterben jährlich 55.000 Menschen an Tollwut, 99 % davon in Entwicklungsländern in Asien (56 %) und Afrika (44 %).
• Indien ist das Land mit den meisten tollwutbedingten Todesfällen, es hat 35 % aller Fälle weltweit.
• 40 % der Opfer von Tierbissen von mutmaßlich mit Tollwut infizierten Tieren sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Weltweit werden jährlich mehr als 15 Millionen Menschen aufgrund des Tollwut-Verdachts, behandelt.
• Ohne vorherige Impfung oder Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach einer Ansteckung verläuft die Infektion innerhalb von 15 bis 90 Tagen – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – immer tödlich.
• 99 % der weltweiten Fälle bei Menschen werden durch den Hund übertragen. In den USA hingegen gingen in den letzten Jahren die meisten Fälle auf Bisse von Fledermäusen zurück und diese stellen auch in Australien, Lateinamerika und Westeuropa ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar.
• Die Zahl der Wölfe in Deutschland wächst schnell. Geschätzt 25 Rudel mit etwa 200 Tieren gab es im Frühjahr 2015. In den letzten zwei Jahren hat sich ihre Zahl damit fast verdoppelt. Die Tiere beanspruchen große Gebiete für sich. Gerade junge Rüden kundschaften deshalb ihre Umgebung aus.

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