Auf Streife - Die Spezialisten

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Auf Streife - Die Spezialisten

Übertriebene Hygiene

Folge 23 Staffel 2

Weil die Mutter zu viel Hygiene will, ist das kleine Mädchen total fertig...

28.06.2016 18:00 | 6:12 Min | © Sat.1

"Auf Streife – Die Spezialisten": Wie viel Hygiene ist gesund?

Leben wir zu sauber? Der Fall bei "Auf Streife – Die Spezialisten" zeigt, dass zu viel Hygiene schädlich sein kann. Aber was genau ist zu viel und wie wirken sich die sterilen Bedingungen auf den Körper aus? Das erfahren Sie hier und im Clip.

"Auf Streife – Die Spezialisten": Warnung vor zu viel Hygiene

Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste, aber leider übertreiben sie es manchmal wie im "Auf Streife – Die Spezialisten"-Clip. Hier wird ein kleines Mädchen mit schweren Verätzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Alles nur, weil es von der Mutter eingebläut bekommen hat, dass es sauber sein muss – und das ist nur die Spitze des Eisberges. Was passiert, als die Eltern ins Krankenhaus kommen, sehen Sie im Video. Aber wie steht es eigentlich mit Ihren Putzangewohnheiten? Immer wieder verspricht die Werbung, dass Desinfektionsmittel schützen. Stimmt das wirklich?

Antibakterielle Seife schadet mehr als sie hilft

Antibakterielle Seife ist nicht so gesund, wie die Werbung Sie glauben macht.
Antibakterielle Seife ist nicht so gesund, wie die Werbung Sie glauben macht. © Pixabay

Schon beim Händewaschen fängt es an: Es muss zwar nicht immer so dramatisch wie im "Auf Streife – Die Spezialisten"-Video zugehen, aber schon einfache antibakterielle Seife kann gravierende Folgen haben. Sie enthält den Wirkstoff Triclosan in geringer Dosierung. Eine hohe Dosierung ist überhaupt nicht frei verkäuflich. Der Nachteil: Die geringe Dosierung in der Seife kann zwar viele Bakterien töten, es überleben aber auch viele.

Eine Studie der Universität von Michigan fand heraus, dass diese überlebenden Bakterien schnell eine Resistenz entwickeln, sogar gegen Antibiotika. Das birgt ein erhebliches Gesundheitsrisiko, denn mit einfachen Mitteln sind die neuen "Superbakterien" nicht mehr kleinzukriegen. Ohne die Gewöhnung an Stoffe wie Triclosan bekommt man sie leicht in den Griff.

Duschen ja, aber bitte nicht zu häufig

Auch zu häufiges Duschen kann schädlich sein. Bei der Mutter aus dem "Auf Streife – Die Spezialisten"-Video sieht man bereits gerötete und rissige Haut. Durch die übertriebene Hygiene hat sie den natürlichen Säureschutzfilm der Haut zerstört. Der soll eigentlich eine Barriere gegen schädliche Umwelteinflüsse, Krankheitserreger und gegen die Austrocknung der Haut sein. Ohne ihn stecken Sie sich schneller mit Krankheiten an und leiden unter juckender und schmerzender Haut.

Allergien sind nur der Anfang

Allergien werden vor allem durch übertriebene Hygiene ausgelöst.
Allergien werden vor allem durch übertriebene Hygiene ausgelöst. © Pixabay

Übertreiben Sie es mit der Reinlichkeit, fördert das ebenfalls die Entstehung von Allergien. Der Körper ist es nicht mehr gewohnt, in einer staubigen Umgebung zu sein. Deshalb reagiert er heftig auf den Fremdkörper – das Immunsystem ist völlig aus der Balance und weiß nicht, welche Stoffe wirklich gefährlich sind und welche nicht. Das kann mitunter sogar zu schweren Erkrankungen wie Asthma führen. Auch im "Auf Streife – Die Spezialisten"-Video reagiert das kleine Mädchen plötzlich mit einem Asthmaanfall. Ob seine Mutter nun endlich zur Vernunft kommt?

Desinfektionsmittel gelangen ins Essen

Chemische Reiniger werden auch häufig in der Küche auf Schneidbrettern, Messern etc. verwendet. Gesundheitsexperten warnen allerdings davor, die Desinfektionsmittel mit Nahrung in Berührung kommen zu lassen. Gelangen die chemischen Substanzen durch das Essen in unseren Organismus, richten sie dort erheblichen Schaden an. Das gilt auch für Spülmittel mit hoher Fettlösekraft. Sie enthalten Detergenzien und Tenside. Diese greifen die Darmschleimhaut an. Das kann zu chronischem Durchfall oder sogar Blut im Stuhl führen.

Darum ist Staubsaugen ungesund

Auch das zu häufige Staubsaugen kann gefährlich für Ihre Gesundheit werden.
Auch das zu häufige Staubsaugen kann gefährlich für Ihre Gesundheit werden. © Pixabay

Einen Fehler, den die Mutter aus dem "Auf Streife – Die Spezialisten"-Video sicherlich auch gemacht hat, ist, dass sie zu häufig staubsaugt. Denn egal wie gut Ihr Staubsauger ist oder wie frisch die Beutel – es werden immer kleinste Staubteilchen in die Luft gewirbelt und eingeatmet. In geringem Maße nicht schlimm, aber zu häufig eingeatmet, schadet der Staub der Lunge. Staubsaugen ist zwar generell gut, aber übertreiben sollten Sie es nicht. Gereizte oder ausgetrocknete Atemwege führen nicht nur zu chronischen Atemwegsinfekten, sondern erleichtern es den Bakterien und Viren auch, in den Körper einzufallen. Sie werden also häufiger krank.

So viel "Dreck" braucht der Körper

Natürlich ist zu viel Dreck ebenfalls nicht gesund für den Organismus. Ein gewisses Maß an Hygiene sollten Sie deshalb schon einhalten. Aber gerade Kinder dürfen sich ruhig mal schmutzig machen. Das erklären auch die Experten im "Auf Streife – Die Spezialisten"-Video. Denn bei Kindern entwickelt sich das Immunsystem erst noch. Werden sie von Bakterien und Co. ferngehalten, dann hat ihr Körper keine Chance, die nötigen Abwehrkräfte auszubilden und sie werden schneller krank, beziehungsweise bilden häufig viele Allergien aus, die andernfalls nicht entstanden werden.

Wie viel Dreck der Mensch tatsächlich braucht, ist umstritten. Was allerdings feststeht, ist, dass Desinfektionsmittel und antibakterielle Seife völlig übertrieben sind. Es reicht, wenn Sie die Flächen in der Küche gründlich mit heißem Wasser abwischen und sich mit einer normalen milden Seife waschen. Darüber freut sich auch Ihr Körper.

Fazit: Das Beispiel aus dem "Auf Streife – Die Spezialisten"-Video zeigt, dass übertriebene Hygiene heftige Folgen haben kann. Sie fördert die Infektion mit "Superbakterien", die mit der Zeit immer resistenter gegen Desinfektionsmittel und Co. werden. Außerdem schaden Sie durch zu häufiges Duschen und antibakterielle Produkte nicht nur Ihrer Haut, sondern Ihrem gesamten Körper. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Deshalb sollten Sie Ihr Kind ruhig mal im Dreck spielen lassen. So können Sie vermeiden, dass es später Allergiker wird.

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