Auf Streife
So 11.12.2016, 09:05

Erst gespannt, dann verbrannt

Vorschau: Erst gespannt, dann verbrannt

Ein Mann bespannt eine Frau auf der Sonnenbank. Das Opfer rächt sich bitterböse an dem mutmaßlichen Voyeur. Ein Teenager fällt morgens beim Inlineskaten über eine Mauer, die quer über die Straße gebaut wurde. Das Mädchen ist verletzt, kann aber noch einen Notruf absetzen. Wer ist für diesen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr verantwortlich? Die Polizisten werden auf eine Frau aufmerksam, die barfuß und weinend auf der Straße herumirrt. Wurde sie Opfer einer Straftat?

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Das heimliche Betrachten von Menschen ist in bestimmten Fällen strafbar. Voyeurismus kann z.B. den Straftatbestand der Beleidigung erfüllen. Feste Regeln gibt es seit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2004 für das heimliche Filmen oder Fotografieren von Menschen: Laut § 201a des Strafgesetzbuchs ist es verboten, von jemandem ohne dessen Einwilligung Bildaufnahmen zu machen, der sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet. Grundlage dafür ist das „Recht am eigenen Bild“ und die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Verstöße können mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe belangt werden. Vor der Gesetzesänderung konnte man Spanner und Voyeure nicht gerichtlich verfolgen, da nur das Veröffentlichen von heimlichen Fotos verboten war.

Hättest du es gewusst? Spanner, die sich an heimlich gemachten Fotos ergötzen, kommen in allen Milieus vor. Weil der Bürgermeister der bayrischen Gemeinde Scheyern einer Frau unter ihren Rock fotografierte, hat ihn 2014 das Amtsgericht München wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 5.250 Euro verurteilt.

  • Voyeurismus kann den Straftatbestand der Beleidigung erfüllen.
  • Seit 2004 ist das heimliche Fotografieren von anderen Menschen verboten.
  • Spanner-Fotos können mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder Geldstrafe geahndet werden.
  • 2014 wurde ein bayrischer Bürgermeister verurteilt, weil er einer Frau unter ihren Rock fotografierte.

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