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So 17.01.2016, 09:30

Giftmüll

Vorschau: Giftmüll

Eine Jugendliche trinkt aus einem Trinkpäckchen, das sie aus dem Müllcontainer eines Supermarktes gefischt hat und bekommt heftige Magenkrämpfe. Der Verdacht wird laut, dass der Filialleiter den Müll vergiftet hat, um Obdachlose fernzuhalten. Stimmen diese Anschuldigungen? - Später weigert sich der Gast eines Fitnessstudios, das gegen ihn ausgesprochene Hausverbot zu befolgen. Als die Beamten den Mann aus dem Studio entfernen wollen, rastet dieser aus.

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Außer in Nordrhein-Westfalen gibt es in Deutschland keine offizielle Obdachlosenstatistik. Experten schätzen, dass bundesweit rund 248.000 Menschen ohne eigene Wohnung auskommen müssen, davon sollen 22.000 komplett auf der Straße leben. Obdachlose sollen nach Studien fünfmal so häufig psychisch krank sein wie Durchschnittsbürger. 80 % der alleinstehenden Obdachlosen in den Industriestaaten sind männlich. Die Lebenserwartung von Obdachlosen ist deutlich geringer. Trotz bestehender Hilfsangebote scheitern viele bei der Rückkehr in ein normales Leben. Neben alltäglicher Feindseligkeit werden Obdachlose in einigen europäischen Ländern per Gesetz ausgegrenzt. Besonders schwer haben es Obdachlose in Ungarn. Das Parlament in Budapest hat 2013 ein Gesetz beschlossen, das das Schlafen auf Straßen und Plätzen untersagt. Obdachlose werden seitdem aus vielen Städten einfach „ausgewiesen“. Um das möglich zu machen, änderte die Regierung sogar die Verfassung. Auch Spanien erließ mit Jahresbeginn 2014 eine neue, verschärfte "Verordnung über das Zusammenleben im öffentlichen Raum". Unter anderem werden unerlaubtes Campieren und bestimmte Formen des Bettelns unter Strafe gestellt. Im Januar 2014 forderte das EU-Parlament von der Kommission die Vorlage einer europäischen Strategie zur Obdachlosigkeit. Obdachlosigkeit ist kein Verbrechen, so die Abgeordneten. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, dass jede Form der Diskriminierung obdachloser Menschen dringend bekämpft werden müsse.

Hättest du es gewusst? Eine französische Touristin schenkte nach einem Bericht der New York Post Hollywood-Star Richard Gere im April 2014 in New York ein Stück kalte Pizza. Sie hielt ihn für einen Obdachlosen. Richard Gere stand aber lediglich für einen neuen Film vor der Kamera, in dem er einen Wohnungslosen mimt. Die Französin war mitten in die Dreharbeiten vor der Central Station geplatzt und hatte den Megastar, den sie wegen des gelungenen Kostüms nicht erkannt haben soll, mit den Resten ihres Essens beglückt.

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