Auf Streife
Sa 10.09.2016, 16:00

High Noon im Kiosk

Die Tochter eines Kioskbesitzers meldet der Polizei einen Überfall auf ihren Kiosk. Vor Ort behauptet der türkische Besitzer jedoch, dass gar kein Überfall stattgefunden hat. Außerdem spreche seine Tochter gar kein Deutsch und könne die Beamten unmöglich gerufen haben! Wurden die Polizisten reingelegt oder lügt der Kioskbesitzer?

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Nicht alle Verkehrsunfälle passieren ohne Absicht! Häufig werden sie von Betrügern verursacht, um an das Geld der Versicherung zu kommen. Oft nutzen die Täter besondere Verkehrsführungen aus, etwa eine Fahrbahnverengung oder einen Kreisverkehr, und erzwingen beim Spurwechsel einen Streifschaden. Oder sie provozieren einen Auffahrunfall, indem sie an einer Ampel, die von Gelb auf Rot umschaltet, im letzten Moment auf die Bremse treten. Eine weitere beliebte Masche ist es, an Kreuzungen mit Rechts-vor-Links-Regelung auf Autos zu lauern, die von links kommen, die Unfall-Betrüger fahren dann im letzten Moment in die Kreuzung ein. Laut einer Schätzung des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft sind 10 % aller Kfz-Schadenfälle manipuliert und darauf angelegt, die Versicherung zu betrügen. In der Praxis ist es nicht leicht, ein solch betrügerisches Verhalten nachzuweisen. Hinweise auf einen provozierten Unfall können zum Beispiel sein, dass der  gegnerische Unfallbeteiligte ein routiniertes Auftreten zeigt. Auch wenn sich plötzlich Zeugen einschalten, die zusätzlich Druck ausüben, ist Vorsicht geboten. Auch auffällige Vorschäden am Fahrzeug können Hinweise auf eine betrügerische Absicht sein. Sollte ein Verdacht auf einen provozierten Unfall bestehen, sollte auf jeden Fall die Polizei hinzugezogen werden. Wichtig ist es zudem, Fotos von den Unfallspuren, den Endlagen und von allen Seiten der beteiligten Fahrzeuge anzufertigen.

Hättest du es gewusst? 23 % der Deutschen glauben, dass man die Autoversicherung relativ einfach betrügen kann, so eine 2011 erstellte Umfrage. Auch sich untereinander für einen Unfall zu verabreden, ist eine Masche der Versicherungsbetrüger. Wer von einem Freund oder Bekannten gebeten wird, an einem vorgetäuschten Unfall teilzunehmen, steht mit einem Bein im Gefängnis. Wer mitmacht, muss mit einem Strafverfahren rechnen. Versicherungsbetrug ist ein Delikt, das strafrechtlich verfolgt wird. Es drohen fünf bis zehn Jahre Haft. Allein der Versuch ist strafbar.

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