Die Ruhrpottwache

Hannah Heldt

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Wann hast du deine Ausbildung bei der Polizei begonnen? 1993 in Berlin.
Hast du eine Zusatzausbildung? Ich habe schon vor der Polizei Ju-Jutsu gemacht und bin Deutsche Vizemeisterin bei den Polizeimeisterschaften geworden. Ich bin Rettungsschwimmerin und Rettungstaucherin, beide Sportarten habe ich in meiner Freizeit betrieben. Früher habe ich auch Triathlon gemacht und ich laufe heute immer noch Crossläufe.
Was ist das Schöne an deinem Beruf? In erster Linie wollte ich immer helfen und gegen das "Böse" kämpfen. Nach einem Jahr Funkwagen habe ich mich mehr an den kleinen Dinge erfreut. Zum Beispiel habe ich mal einem kleinen Mädchen einen Badeanzug geschenkt. Das Mädchen haben wir zuvor den Eltern übergeben müssen, weil sie im Laden einen Badeanzug geklaut hatte, aber nur, weil Ihre Mutter kein Geld dafür hatte. Mir hat die Kleine Leid getan. Das Elternhaus war ordentlich, die hatten einfach nur kein Geld.
Was magst du an Duisburg oder am Pott? Ich mag Multikulti, aber in ganz Deutschland. In Duisburg finde ich diese eine Straße mit den vielen Hochzeitsläden einmalig - so viele Geschäfte, die alle das Gleiche verkaufen und es funktioniert. Ich mag all die Jogging-Wege, die immer an den Flüssen entlang gehen.
Hast du ein bestimmtes Ritual vor besonderen Einsätzen oder einen Glücksbringer? Ich habe seit über 12 Jahren einen Glücksbringer im Portemonnaie: Einen Pfennig und einen Liberty (halben Dollar). Das hat aber nichts mit dem Dienst zu tun, eher mit der Aussage: "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert." Den Liberty habe ich von einem Schuhputzer-Jungen aus der Dominikanischen Republik.
Wie würdest du dich selbst bei der Arbeit beschreiben? Ich bin ruhig, warte ab - meine Chefs haben in meinen Beurteilungen geschrieben, dass ich die Ruhe auf mein Gegenüber übertrage.
Dein Berufswunsch als Kind? Als Kind wollte ich immer Tierärztin werden. Zur Polizei bin ich letztendlich gegangen, weil ich immer meinen Sport weiter machen konnte - das wird in der Behörde gefördert. Ich bin aber dann später nach der Ausbildung auch mit Herzblut dabei gewesen.
Wie schaltest du nach schwierigen Einsätzen ab oder wie findest du wieder in den Alltag? Nach ein zwei schlimmen Ereignissen, habe ich gelernt, dass ich reden muss, über das, was passiert ist - das mach ich auch. Und abschalten kann ich bei einem schönen heißen Bad.
Hast du ein Tipp an unsere Zuschauer?  Lieber einmal die Polizei zu viel rufen, als zu spät oder gar nicht. Ich hätte so viele Tipps, Menschen sind so unaufmerksam. Aber hier Zwei: 1. Für Frauen, lasst eure Getränke nie unbeaufsichtigt stehen. 2. Für alte Menschen, hebt keine hohen Summen vom Konto ab, auch nicht vor Weihnachten oder zu Geburtstagen, gehen Sie zusammen mit Ihren Lieben einkaufen und schenken Sie in deren Beisein.
Hast du dich bei der Arbeit schon mal verletzt?  Oh ja, einmal als ich im Sommer einen Hund aus einem überhitzten Auto retten wollte, da habe ich mir eine Platzwunde auf dem Nasenbein zugezogen. Dann wurde ich von einem Täter bei einer Festnahme in die Wade gebissen. Und ich habe mir meinen Faustknöchel aufgeschlagen, bei einer Festnahme eines Täters, nach einer Verfolgung über einen U-Bahnhof, stand ich dann allein dem Täter gegenüber und als er seine Hände nicht hob, um sich fesseln zu lassen, schlug ich als erste zu. Ich hatte Angst, dass er schneller ist, am Ende sind Frauen nämlich immer schwächer, sobald die Distanz gebrochen ist. 
Welche Sprachen sprichst du? Englisch - sehr gut, Spanisch - ok, Russisch - für Polizisten und wenn ich durch Russland reisen müsste, ginge das auch.
Dein Lebensmotto? Jetzt oder nie!
Dein Lieblingsgericht? Im Dienst Schawarma und zu Hause Eierkuchen.
Hast du Haustiere? Eine Hündin, sie ist 15 . . . .  ich hoffe Sie wird 100!
Hast du ein geheimes Talent? Das ist geheim :-)

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