Eins gegen Eins
Di 07.05.2013, 23:45

Folge 1: Bedrängt, belästigt, bedroht

Er hat seine Ex-Kollegin penetrant belästigt und mit einer Todesanzeige in Angst und Schrecken versetzt. Die Strafe: ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung und 5.000 Euro Schmerzensgeld für drei Monate Psychoterror. Das Opfer: am Boden zerstört.

Milde Urteile gegen Stalker – Kommen Täter oft zu glimpflich davon? 

Der Begriff Stalking ("to stalk") kommt aus dem Englischen und wird als belästigen, nachstellen oder heranschleichen übersetzt. Am 31. März 2007 tritt in Deutschland das Stalking-Gesetz in Kraft. "Stalking-Opfer werden künftig strafrechtlich besser geschützt. Der Gesetzgeber hat damit ein eindeutiges Zeichen gesetzt: Stalking ist keine Privatsache, sondern strafwürdiges Unrecht", so die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries.

Geschätzt gibt es 600.000 Stalking-Opfer in Deutschland, die Dunkelziffer ist allerdings hoch, denn viele zeigen ihre Peiniger nicht an. Was hat das Stalking-Gesetz seit 2007 bewirkt? Viele kritisieren, dass das Gesetz noch nicht weit genug gehe. So erfasse es nur "schwerwiegende Beeinträchtigungen der Lebensführung", zum Beispiel, wenn das Opfer der Belästigung wegen umziehen muss. Was ist jetzt auch mit der „modernen“ Art des Stalkings via elektronische Medien? Früher campierten die Stalker im Garten, heute können sie weltweit ihre Opfer terrorisieren und ausspionieren. Claus Strunz fragt daher in seiner Talkarena "Eins gegen Eins" zum Staffelstart:

Bedrängt, belästigt, bedroht – Ist unser Stalking-Gesetz zu lasch?

Ein klares JA kommt von Eva Habermann. Die Schauspielerin wurde 10 Monate von einem Stalker verfolgt. „Ich hatte Angst. Obwohl ich bei der Polizei war und ein Annäherungsverbot erwirkt hatte, der Stalker ließ sich nicht abwimmeln!“ Befürworter ist auch Dr. Jens Hoffmann. Der Psychologe und Stalking-Experte sagt: "Das Gesetz hat seine Grenzen, viele Opfer werden noch immer alleine gelassen!"

Nein, sagt Brigitte Zypries. Sie hat als Justizministerin 2007 das Gesetz auf den Weg gebracht. Sie ist der Meinung: "Das Gesetz war wichtig und ist gut so.“ Unterstützung bekommt sie von Ingo Lenßen. Der Rechtsanwalt sagt: "Das Stalking-Gesetz reicht völlig aus!"

Außerdem: ein Stalker wird Claus Strunz Rede und Antwort stehen, warum er sein Opfer auf Schritt und Tritt verfolgt hat. Er sagt: "Gut, dass ich im Gefängnis war. Ich war gefährlich!"

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