Fahndung Deutschland

Oberursel (Hessen)

"Polizisten" betrügen Rentnerin

Falsche Polizisten haben eine Rentnerin in Oberursel um mehrere Zehntausend Euro geprellt. Am Abend des 01.08.2016 rief ein Mann die Frau an. Er stellte sich als Herr Wolf von der Polizei vor. Im Telefondisplay erschien die Nummer "069 110".

06.09.2016 10:18 Uhr

Der angebliche Polizeibeamte erzählte der Frau eine frei erfundene Geschichte: über die Festnahme einer rumänischen Diebesbande, die offenbar auch bei der Oberurselerin einbrechen wollte.

Im mehrstündigen Telefonat gelang dem Täter, sich das Vertrauen seines Opfers zu erschleichen. Er brachte die Frau dazu, fortan mit der "Polizei" zu kooperieren. Er forderte sie auf, am nächsten Tag einen Bargeldbetrag von der Bank abzugeben und diesen an einen Kollegen des Anrufers zu übergeben. Dazu wurde ein Codewort festgelegt. Mit der Bereitstellung des Geldbetrages sollte die Seniorin angeblich eine polizeiliche Maßnahme unterstützen.

Mehrstündiges Telefonat

Am folgenden Tag übergab die Geschädigte das abgehobene Bargeld und ihren gesamten Schmuck an einen etwa 30jährigen Mann. Er sah südländisch aus, besuchte die Frau an ihrer Wohnadresse.

Im Laufe der nächsten Tage meldete sich der Täter vom Montag mehrmals bei der Rentnerin. Mit ihrem Geld habe die "Polizei" das angebliche Verfahren gegen kriminelle Bankmitarbeiter vorantreiben können. Nun aber benötige die Bank eine weitere "Geldprobe". Daraufhin hob die Geschädigte erneut einen hohen Geldbetrag ab und übergab diesen am Dienstag, den 08.08.2016 an einen unbekannten, 30 bis 40 Jahre alten Mann.

Täter (Phantombild)
© Kriminalpolizei Bad Homburg

Einige Tage später wurde die Frau wegen mehrerer Ungereimtheiten skeptisch. Sie meldete sich beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main. Als sie dort nach den angeblichen Kollegen fragte, flog der Schwindel auf.

Betrüger erschleichen sich Vertrauen

Die Polizei stellt diese Form des Betruges seit dem letzten Jahr vermehrt bundesweit fest. In verschiedenen Varianten versuchen falsche Polizeibeamte, Informationen zu bekommen über Bargeldbestände oder die Art und Höhe von Geldanlagen bei Banken.

Die Betrüger vermitteln den Eindruck, ihre Opfern wären konkret bedroht - etwa durch einen Einbruch. In weiteren Telefonaten versuchen die Betrüger, die Angerufenen so zu manipulieren, dass sie diese Bargeld und Ersparnisse abheben und zur "Eigentumssicherung" an die angeblichen Polizisten übergeben. Sie missbrauchen dazu auch das Vertrauen in staatliche Organisationen wie die Polizei oder Staatsanwaltschaft.

Um Trickbetrügern nicht zum Opfer zu fallen, gibt die Polizei folgende Tipps:

  1. Geben Sie keine persönlichen Daten preis!
  2. Sagen Sie nichts zu ihren Lebensverhältnissen!
  3. Machen Sie niemals Angaben zu Wertsachen in der Wohnung oder Vermögenswerten!
  4. Polizeibeamte fragen nicht nach persönlichen Geldverstecken!
  5. Die Polizei stellt kein Bargeld oder andere Wertsachen vorsorglich sicher!
  6. Sollten Sie sich beim Telefonat unter Druck gesetzt fühlen, beenden Sie das Gespräch und informieren Sie die örtliche Polizei!
  7. Wichtig: Die Polizei ruft niemals mit der Notrufnummer 110 oder ähnlichen Kombinationen an!

Zeugen, Hinweisgeber und weitere Geschädigte werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Bad Homburg zu melden, unter der Telefonnummer (06172) 120 0.

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