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Prävention

Beruhigt in den Urlaub reisen

Sommerzeit, Urlaubszeit - Einbruchszeit. Auch in den Ferien sind Einbrecher aktiv und finden den Weg in Wohnungen - wenn diese unzureichend geschützt sind. Hier die wichtigsten Tipps, um Einbrüchen in verlassenen Wohnungen vorzubeugen.

13.07.2016 18:00 Uhr
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© Igor Mojzes - Fotolia

Sie freuen sich auf den lang geplanten Urlaub, wollen ausspannen und die Erholung vom Alltag genießen? "Dann sorgen Sie dafür, dass die Freude und Erholung lange anhält und sichern Sie Ihr Zuhause vor der Abreise ausreichend!", rät etwa die Polizei Bochum und fügt zu: "Vermeiden Sie, dass Ihre Abwesenheit nach außen deutlich erkennbar ist!"

Einbrüche nehmen zu

Seit 2006 steigen die Wohnungseinbrüche in Deutschland. So auch 2015 – um 9,9 Prozent zum Vorjahr auf 167.136 Fälle. Die Einbrecher verursachten dabei einen Schaden von 440,8 Millionen Euro. Die meisten Wohnungseinbrüche gab es in Hamburg, Bremen und Berlin.

Rund 15 Prozent aller Einbrüche 2015 hat die Polizei aufgeklärt (2014: 15,9 %). Die beste Aufklärungsquote - 42 Prozent - hatten Einbrüche, die bei Tageslicht geschahen. Die Fälle dieser "Tageswohnungseinbrüche" sind zu 2014 ebenfalls gestiegen, um rund 11 Prozent.

Quelle: Bundeskriminalamt (BKA), Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2015 [Download pdf] .

Wer denkt "Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei mir jemand einbrechen wird", "Bei mir ist doch sowieso nichts zu holen" oder "Die Versicherung wird den Schaden schon bezahlen", sollte laut Bochumer Polizei wissen:

  • Einbrüche geschehen flächendeckend, überwiegend bei Abwesenheit der Bewohner.
  • Einbrecher haben es meist nicht auf den großen "Jackpot" abgesehen; in der Regel ist die "Beute-Erwartung" der Täter eher gering.
  • Ganz oben auf der Liste der Kriminellen stehen Bargeld, Schmuck, Uhren und leicht transportierende Gegenstände. Diese Dinge finden sich meist in jedem Haushalt.
  • Den ideellen Wert eines Erbstücks wird keine Versicherung ersetzen können.
  • Die Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls wirkt bei vielen Menschen sehr lange nach - oft sehr belastend; auch wenn die Täter gefunden werden.

Die wichtigsten Tipps der Polizei:

Türen und Fenster stets verriegeln!

Bevor Sie verreisen, sollten Sie alle Türen und Fenster verriegeln. Das ist eigentlich selbstverständlich, kann in der Hektik aber auch mal schnell vergessen werden. Nehmen Sie sich deshalb Zeit und überprüfen Sie alle Zugänge genau - auch die im Keller oder in der Garage.

Zeitschaltuhren programmieren!

Über eine Zeitschaltuhr können Sie Lampen an- und ausschalten, programmierbare Rollläden auf- und abfahren. Auch die sogenannten "TV-Simulatoren", die die Lichtabgabe eines Fernsehers simulieren, können Anwesenheit vorgeben.

Nachbarn informieren!

Ein wachsamer Nachbar kann während des Urlaubs im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert sein. Ihre Polizei rät deshalb, vertrauensvolle Nachbarn über Reisepläne zu informieren.

Briefkasten leeren lassen!

Nichts deutet so sehr auf Ihre Urlaubsreise hin wie ein überquellender Briefkasten. Bitten Sie deshalb eine Person Ihres Vertrauens den Briefkasten regelmäßig zu leeren. Zeitungen können Sie sich in der Regel an den Urlaubsort nachliefern lassen. Die Deutsche Post bietet zudem einen praktischen Lagerservice an.

Wertgegenstände sicher deponieren!

Bargeld und wertvolle Gegenstände, wie Schmuck, Fahrzeugdokumente und Schlüssel, sollten Sie in einem Schließfach oder einem von der Polizei empfohlenen Safe aufbewahren. Machen Sie auch Fotos von allen versicherten Gegenständen. Heben Sie Kauf- bzw. Eigentumsnachweise auf.

Soziale Online-Netzwerke und Anrufbeantworter mit Vorsicht nutzen!

Teilen Sie Ihre Urlaubspläne nur vertrauensvollen Personen mit. Verbreiten Sie diese nicht frei zugänglich im Internet und hinterlassen auch keine Information darüber auf Ihrem Anrufbeantworter.

Die Quintessenz: Schieben Sie den Tätern den Riegel vor!

Auch diejenigen, die nicht auf Reisen gehen, mahnt die Polizei zur Vorsicht und Wachsamkeit.

Besonders in den warmen Sommermonaten kommen häufig Einbrüche vor, bei denen Täter durch zum Lüften gekippte Fenster oder Türen eingedrungen sind - während die Bewohner nicht zuhause waren oder sich im Garten aufgehalten haben. Gekippte Fenster sind offene Fenster und stellen für Einbrecher kein Hindernis dar.

Daher rät die Polizei:

  • Lassen Sie ein auf Kipp stehendes Fenster oder eine offen stehende Tür nicht unbeobachtet!
  • Schließen sie immer alle Fenster und Türen, wenn sie die Wohnung oder das Haus verlassen - das Türschloss besser zweimal statt nur einmal!
  • Sie nehmen etwas verdächtiges wahr? Rufen Sie den Notruf 110 an!

Weitere Informationen und Präventionstipps der Polizei:

"Riegel vor! Sicher ist sicherer."-Aktion der Polizei Nordrhein-Westfalen

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