Fahndung Deutschland

Geheimsprache von Verbrechern

Gaunerzinken: Kreide am Haus, Diebe im Haus

Immer öfter finden sie sich an den Außenwänden von Häusern, Wohnungen und Gebäuden: aufgemalte, mysteriöse Zeichen und Symbole aus Kreide. "Gaunerzinken" - Geheimcodes von Einbrechern.

14.07.2016 17:15 Uhr

Mit Gaunerzinken verständigen sich Diebe untereinander, ob es in den Wohnungen potentieller Opfer etwas zu holen gibt, wie riskant ein Einbruch ist und was Diebe beim Einbruch beachten müssen.

Das Wort "Gaunerzinken" und dessen Bedeutung leiten sich ab von "Zink" bzw. "Zinken": geheime Zeichen, die irgendwo von Gaunern angebracht werden, um anderen Gaunern eine Information zu geben. Diese geheime Verständigung funktioniert durch Laute, Gestiken oder Mimiken - vor allem aber durch grafische Zeichen, sprich Zeichnungen.

Viele Menschen kennen diese Methode nicht. Wie einzelne Gaunerzinken aussehen und was sie bedeuten, erklärt unsere Bildergalerie "Gaunerzinken" .

Ursprünge im 12. Jahrhundert

Die Ursprünge der "Gaunerzinken" reichen zurück bis ins 12. Jahrhundert. Benutzt wurden die Geheimzeichen seitdem meist von armen, ungebildeten Menschen aus unteren Gesellschaftsschichten, von Angehörigen des "fahrenden Volkes": Landstreicher, Obdachlose, Wanderarbeiter, Vagabunden. Oft verstanden nur diese Menschen, was ihre Geheimsprache bedeutete.

„Schon im 16. Jahrhundert erschien ein Buch, in dem mehrere hundert sogenannte Gaunerzinken und ihre Bedeutung verzeichnet waren", berichtet Autor Gottfried Spieß in seinem Buch "Warum die Menschen sprechen lernten. Interessantes aus Geschichte und Gegenwart der Sprache" (Der Kinderbuchverlag, Berlin 1989, S. 120). Gaunerzinken waren demnach "Bildsymbole, die in jener Zeit [16. Jhd.] allgemein benutzt wurden, um geheime Nachrichten auszutauschen".

Noch heute eine bewährte Methode

Auch in der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart waren und sind Gaunerzinken präsent. In den 1990er Jahren und seit 2009 sollen etwa Einbrüche in Österreich stattgefunden haben, die mit diesen Geheimzeichen zu tun hatten. In Deutschland wurden Gaunerzinken unter anderem seit Jahresbeginn 2014 gesichtet - in Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

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