Fahndung Deutschland

Der Anneli-Prozess

Revision eingelegt

Im Fall der ermordeten Anneli haben Staatsanwaltschaft sowie die beiden Verurteilten Revision eingelegt. Damit müsse das Urteil nun vom Bundesgerichtshof überprüft werden, sagte ein Sprecher des Landgerichts Dresden am Dienstag. Der Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft richtet sich nur gegen das Urteil für den Komplizen Norbert K., der für achteinhalb Jahre ins Gefängnis soll.

13.09.2016 11:51 Uhr / dpa
Logo Fahndung Deutschland V07 mit Positionsdaten

 «Es geht uns insbesondere um die Höhe der verhängten Strafe», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden.  Die Angeklagten akzeptieren aber beide ihre Strafen nicht. Das Landgericht hatte die Männer in der vergangenen Woche wegen Mordes in Tateinheit mit erpresserischem Menschenraub mit Todesfolge verurteilt. Bei Markus B., der eine lebenslange Gefängnisstrafe erhielt, wurde außerdem eine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Die Verteidigung sah dagegen keine Beweise für den Mordvorwurf gegen Markus B. und hatte zwölf Jahre Freiheitsstrafe verlangt, der Anwalt von Norbert K. wegen Beihilfe vier Jahre und fünf Monate.

Bei Norbert K. kam der Revisionsantrag eher überraschend, bei Markus B. war dieser von Prozessbeobachtern hingegen erwartet worden. Dieser habe nichts zu verlieren, erklärte der Sprecher des Landgerichts.  Nach Angaben des Landgerichts muss das Urteil nun zunächst schriftlich begründet und zugestellt werden. Das könne ein bis zwei Monate dauern, hieß es. Danach haben Verteidigung und Staatsanwaltschaft einen Monat Zeit, ihre Revision zu begründen. Das Landgericht geht deshalb davon aus, dass die Akten frühestens Ende des Jahres dem Bundesgerichtshof zugehen.

Die 17-jährige Schülerin Anneli-Marie wurde am 13. August 2015 nahe ihrem Wohnhaus im sächsischen Klipphausen entführt, um 1,2 Millionen Euro Lösegeld zu erpressen. Markus B. hat die Unternehmertochter nach Ansicht des Gerichts dann brutal erdrosselt. Sein Komplize wurde des Mordes durch Unterlassen schuldig befunden, weil er die Tat nicht verhindert hatte.

Kommentare

Ab in den Foodtruck!

Fan werden