Fahndung Deutschland

Wer tötete Sandra Raasch?

Mühsame Puzzlearbeit

In den Abendstunden des 15. Juli 2016 machen Spaziergänger einen entsetzlichen Fund an der Halde Pluto in Herne. Sie entdecken die verweste Leiche einer unbekannten Frau, die einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Ermittler glauben, dass es sich um eine seit dem 9. Juli vermisste Frau aus Wanne handelt.  Schon drei Tage später ermitteln sie einen Tatverdächtigen. Der 36-Jährige ist geständig und gibt zu die vermisste Frau vergewaltigt und getötet zu haben.

06.09.2016 17:00 Uhr / Karsten Heyde
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© Polizei Bochum

Um sicher zu gehen soll der Mann die Ermittler zu dem Fundort der Leiche  führen. Das macht er auch und zum Erstaunen der Ermittler finden sie eine zweite Leiche – 750 Meter vom Fundort der ersten Leiche entfernt. Die weiteren Ermittlungen ergeben, dass beide Morde nichts miteinander zu tun haben.

Eine Woche später ist die gebildete „Mordkommission Halde“ einen Schritt weiter. Sie kennt die Identität der ersten Leiche. Es handelt sich um die 33-Jährige Sandra Raasch. Sie wurde zuletzt lebend am 1. Juli in einer Düsseldorfer Frauenunterkunft gesehen.

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© Polizei Bochum

Sandra Raasch war seit dem 5. November 2015 obdachlos. Ihre Wohnung wurde zwangsgeräumt. Doch sie nahm keine Hilfe in Anspruch, rutschte laut Aussagen von Bekannten immer mehr ins Obdachlosenmilieu ab. Die Ermittler der Mordkommission Halde finden heraus, dass die 33-Jährige verhaltensauffällig und drogenabhängig war. Und sie soll Kontakt zu Männern für speziellen Sex gesucht haben. Angeblich erhielt sie zu der Zeit den Namen „Lady Raasch“.

Nach und nach bauen sich die Ermittler ein Bild der ermordeten Frau, doch die Rekonstruktion der Tage zwischen dem 1. Juli und dem 15. Juli will ihnen nicht gelingen.  Zeugen werden gesucht. Im Bereich der Halde, dem Fundort der Leiche, und an der viel befahrenen Fahrradroute „Erzbahntrasse“ werden Plakate angebracht.

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© Polizei Bochum

Dann der erste Hinweis. Am 2. Juli wurde Sandra Raasch im Bereich der Erzbahntrasse gesehen. Offensichtlich wollte sie zu einer "Goa-Party" nach Gelsenkirchen. Dort aber kam sie nicht an. Die mühsame Puzzle-Arbeit der Mordkommission Halde dauert an.

Sandra Raasch (siehe Fotos) war ca. 170 cm groß und nach neuesten Zeugenaussagen von normaler Statur. Zuletzt bekleidet war sie mit einer blauen Jeanshose sowie hellbeigen Leinenturnschuhen (ähnlich Chucks). Sie hatte nackenlange dunkelblonde Haare, die zu einem Pagenschnitt frisiert waren. Um den Hals sowie an ihren Hand- und Fußgelenken trug sie mehrere Freundschaftsarmbänder sowie Ketten mit zum Teil auffälligen Anhängern. Am linken Handgelenk trug sie ein Armband, wonach sie am 14. Mai 2016 am Festival "Magic Spring" in Köln teilgenommen hat.

 

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Das Fahndungsplakat der Polizei Bochum. © Polizei Bochum

Wer hat Sandra Raasch nach dem 02. Juli, 10.00 Uhr, im Bereich Erzbahntrasse, Halde bzw. im Bereich Bickern/ Innenstadtbereich Wanne-Eickel gesehen?
Die Staatsanwaltschaft Bochum hat zur Erlangung von sachdienlichen Hinweisen, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 2000,- Euro ausgesetzt.

 Das Bochumer Kriminalkommissariat 11 bittet weiterhin unter den Rufnummern 0234 / 909-4110, - 4112 und - 4441 (Kriminalwache) um Zeugenhinweise.

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