Fahndung Deutschland

Sandau (Sachsen-Anhalt)

Skelettierte Leiche gefunden

Am Donnerstag wurde in der Elbe bei Sandau (Landkreis Stendal) ein Auto mit einer eingeschlossenen, skelettierten Leiche gefunden. Das Auto gehört Andy Beyermann, der seit 2009 vermisst wird. 

02.09.2016 12:20 Uhr / dpa, Sat.1
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© Fahndung Deutschland

Das Fahrzeug habe anhand des Kennzeichens dem Besitzer zugeordnet werden können, teilte die Polizei in Magdeburg mit. Ob es sich beim gefundenen Toten um den Vermissten handelt, soll eine DNA-Analyse klären. Mit dem Ergebnis ist laut Polizei wohl in einigen Wochen zu rechnen.

Andy Beyermann wird seit 2009 vermisst. Als er verschwand, war er 29 Jahre alt. Zuletzt wurde er im Garten seines Vaters gesehen, um zu einer Tankstelle zu fahren. Dort kam er zwar an - doch dann verliert sich seine Spur. Alle Hinweise zu einem möglichen Aufenthaltsort des Mannes führten ins Leere.

Ein Schiff hatte am Donnerstag (01.09.2016) das unter Wasser liegende Fahrzeug gestreift. Bei anschließenden Bergungsarbeiten wurden die skelettierten Überreste eines Menschen gefunden.

Letztes Lebenszeichen: an einer Tankstelle

Andreas Beyermann verschwand am Abend des 21. Februar 2009, einen Samstag. Nachmittags hatte er sich zuhause aufgehalten, seinen dunkelblauen VW Golf gewaschen, mit seinen Eltern und seiner Freundin Kaffee getrunken. Beyermann fuhr seine Freundin anschließend nach Tangermünde, wo sie ihre Wohnung hatte und sich später mit Freundinnen treffen wollte.

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© Polizei

Gegen 19 Uhr trennten sich die Wege des Paares. Vorher soll Beyermann seiner Freundin gesagt haben, dass er zurück nach Stendal fahren wolle, zu seinem Vater. Der damals 29-Jährige lebte in einer Doppelhaushälfte bei seinen Eltern.

Beyermann fuhr die Strecke von rund zwölf Kilometern nach Hause, betrat aber nicht das Haus. Der Vater sah seinen Sohn letztmals zwischen 19 Uhr und 19.30 Uhr im Garten. Das letzte Lebenszeichen sendete der Vermisste um 19.28 Uhr von einer Tankstelle in Stendal. Dort tankte er und kaufte Getränke. Konto-Auszüge belegen das. Ungewöhnlich: Die Tankstelle lag nicht auf der Stecke, die Beyermann gewöhnlich fuhr.

Verbrechen nicht ausgeschlossen

Die Eltern meldeten ihren Sohn am Abend des 21. Februar vermisst. Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt schloss ein Verbrechen nicht aus. Zeugenbefragungen blieben erfolgslos wie Fahndungen der Polizei mit Hubschraubern in und um Stendal. Auch Beyermanns nachtblauer VW Golf IV mit dem Kennzeichen „SDL-D 261“ verschwand. Links auf der Motorhaube des Autos befand sich ein Aufkleber: Er zeigt eine schwarz-dunkelblau-karierte Racing-Flagge. Im Fahrzeug lag ein Laptop der Marke „Acer“ mit einer Tasche.

  • Als Beyermann letztmals gesehen wurde, trug er eine kaki-farbene Jacke mit Kapuze, braune Schuhe und dunkle Jeans mit einer aufgesetzten Tasche am linken Oberschenkel. Der Vermisste trug eine silberfarbene Halskette, einen silberfarbenen Ring, ein grünes Kunststoffarmband am rechten Handgelenk und ein grünbraunes Armband aus Wolle am linken Handgelenk.
  • Andreas Beyermann – Jahrgang 1980 – ist schlank, circa 1 Meter 85 groß, hat kurze dunkelblonde Haare, Geheimratsecken, graublaue Augen und zwei Tätowierungen: auf der rechten Wade eine Sonne und auf dem linken Oberarm ein „Tribal“, circa. 15 bis 20 Zentimeter groß.

Andreas Beyermann galt aus ruhig und zurückhaltend. Der gelernte Maurer arbeitete zuletzt auf einer Baustelle in den Niederlanden.

Mehrere Hinweise führen ins Leere

Eine Polizistin aus Bayern wollte Beyermann am 16. Januar 2010 in einer Spielhalle in Tschechien gesehen haben. Diese Spur verlor sich im Sande wie der Hinweis eines Zeugen am 16.12.2013.

Ein Schulfreund Beyermanns meldete sich bei der Polizei Stendal und behauptete, er habe den Vermissten in der Nacht zum 30. November 2013 in Stendal erkannt. Beyermann habe ausgesehen wie auf den Fotos aus der Schulzeit – nur sein Gesicht sei schmaler geworden. Der Zeuge sagte, der Gesuchte sei in der Nacht zum 30. November dunkel gekleidet gewesen sein – mit einer schwarzen Jacke, aufgestelltem Kragen und einer dunklen Hose.

Im Mai 2014 erklärte die Polizei Stendal, dass zahlreiche Hinweise zum Aufenthaltsort des Vermissten vorlägen, aber keine „heiße Spur“.

Ermittler gehen davon aus, dass der gefundene Wagen viele Jahre im Wasser lag. Rostspuren würden darauf hinweisen. Der Fundort des Autos bei Sandau liegt rund 35 Kilometer flussabwärts und nördlich von Tangermünde, von wo Beyermann zurück zum Elternhaus nach Stendal fuhr.

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