Fahndung Deutschland

Entsetzen auf der dänischen Insel Fünen

Wer macht so etwas?

Furchtbares Ende eines Familientrips: Auf einer dänischen Autobahn durchschlägt ein Betonklotz ein Autodach und tötet die Mutter eines kleinen Jungen. Bei den Anwohnern geht die Angst vor den Tätern um.

22.08.2016 15:40 Uhr / dpa
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© Fahndung Deutschland

Eine Familie aus Nordrhein-Westfalen ist mit ihrem Auto auf einer dänischen Autobahn Richtung Deutschland unterwegs, wohl auf dem Rückweg aus dem Urlaub. Die Mutter hat sich hinter ihren Mann auf die Rückbank gesetzt - neben ihren fünfjährigen Sohn - und genau das wird ihr womöglich zum Verhängnis. Denn plötzlich kracht am Sonntag ein gewaltiger Betonklotz auf den Wagen der Familie, heruntergeworfen von einer Brücke. Der 30 Kilo schwere Brocken tötet die Mutter auf der Stelle. Ihr 36-jähriger Mann wird schwer verletzt, der kleine Junge steht unter Schock, bekommt wie durch ein Wunder aber nur ein paar Schrammen ab.

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Anwohner haben Blumen an den vermutlichen Tatort gelegt. © Fahndung Deutschland

Wer macht so etwas? Das ist die Frage, die den entsetzten Anwohnern am Tag darauf durch den Kopf geht. «Ich finde das völlig verrückt. Wir können uns nie sicher fühlen, wenn wir unter der Brücke herfahren», sagt der Rentner Arne Mølborg, der seit 40 Jahren nur wenige Meter von der Autobahnbrücke auf der Insel Fünen entfernt wohnt, dem Fernsehsender TV2. Denn es ist nicht das erste Mal, das von der Brücke aus Autos mit schweren Gegenständen beworfen werden. Als der Däne Kenneth Faaborg Schrøder in der Nacht zum Donnerstag unter der Brücke herfährt, treffen Holzklötze seinen Wagen. «Da müssen irgendwelche kranken Menschen da draußen sein, die sich ein Vergnügen daraus machen, mit Steinen zu werfen», sagt Faaborg Schrøder. Anders als die Familie aus Recklinghausen ist er mit dem Schrecken davongekommen. Für die 33-jährige Mutter haben Anwohner Blumen auf die Brücke gelegt.

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Nicht zum ersten Mal wurden von dieser Brücke schwere Gegenstände auf Autos geworfen. © Fahndung Deutschland

Die Ermittler untersuchen die Tat als vorsätzliche Tötung. «Wir sind überzeugt, dass jemand die Steine bewusst geworfen hat», sagt Michael Lichtenstein von der Polizei auf Fünen. «Das hier ist kein gewöhnlicher Jungenstreich.» Vier Steine schleuderten die Unbekannten von der Brücke, drei verfehlten ihr Ziel. Von den Tätern keine Spur. Bauunternehmen und Maurer sollen nun ihre Lager überprüfen, um herauszufinden, ob die Betonfliesen möglicherweise aus ihren Beständen stammen. Bis die Steinwerfer gefasst sind, zittern die Anwohner weiter. «Es dauert sicher eine Zeit, bis ich wieder ruhig unter einer Brücke fahre», sagt Faaborg Schrøder dem Sender TV2.

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