Fahndung Deutschland

Gefälschte Arzneimittel

Vorsicht vor Pillendrehern im Internet

Mit Blick auf steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen und der zunehmenden Selbstmedikation gewinnt das World Wide Web als vermeintlich günstige Bezugsplattform vermehrt an Bedeutung und hat in der Bevölkerung bereits eine breite Akzeptanz mit steigender Tendenz erfahren. Motive dafür sind neben dem Kostenaspekt der Wunsch danach, anonym zu bleiben, die Verschreibungspflicht zu umgehen oder Medikamente zu erhalten, die im legalen Markt nicht zugelassen sind. Das machen sich schwarze Schafe auf Anbieterseite zunutze, die die Anonymität des Word Wide Web nutzen, um minderwertige oder gefälschte Arzneimittel in betrügerischer Absicht zu veräußern. Die gesundheitlichen Risiken für den Konsumenten sind bei Einnahme dieser Fälschungen häufig nicht abschätzbar.

16.06.2016 11:00 Uhr
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Tipps zum sicheren Einkauf von Arzneimitteln im Internet:

  • Kaufen Sie Medikamente nicht auf Seiten, die verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept verkaufen oder Arzneimittel anbieten, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Unter www.pharmnet-bund.de sind zugelassene Arzneimittel in einem Arzneimittelinformationssystem recherchierbar.
  • Vorsicht vor Seiten, auf denen kein gelernter Apotheker Fragen beantworten kann.
  • Überprüfen Sie die Zulassung der Internetapotheke anhand des Versandapothekenregisters (VAR) auf der Homepage des "Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information" (DIMDI), ein dem Bundesministerium (BMG) nachgeordnetes Institut. Das VAR ist über www.dimdi.de zu erreichen (Rubrik "Arzneimittel", Unterrubrik "Versandapothekenregister").
  • Prüfen Sie, ob auf der Seite auch telefonische Bestellungen möglich sind. Achten Sie immer auf die Angabe der Telefongebühren, denn seriöse Anbieter geben diese in der Regel unter der angegebenen Nummer an.
  • Angebote auf der Website wie "Mengenrabatt", "Probepackungen" oder "neue Heilmittel" könnten ein Trick sein, um Kunden zum Kauf zu bewegen.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn auf der Website "Onlineberatungen" angeboten werden, die ärztliche Verordnungen ersetzen sollen oder persönliche Gesundheitsberatung erteilen. Nichtlizenzierte Websites bieten häufig diese Leistungen an, um den Anschein von Seriosität und Rechtmäßigkeit zu erwecken.
  • Hände weg von Arzneimitteln, die ohne Originalschachtel daherkommen. Wenn Packung oder Tabletten ungewöhnlich aussehen oder riechen, dürfen die Medikamente nicht mehr eingenommen werden.
  • Viele haben Arzneimittel auch als Mitbringsel aus dem Urlaub entdeckt. Beim Kauf von Medikamenten im Ausland ist jedoch Vorsicht geboten: Es kann sich um Arzneimittelfälschungen handeln, die die angegebenen Wirkstoffe nicht oder nicht ausreichend enthalten oder sogar gesundheitsschädlich sind.

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

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