Fahndung Deutschland

Was das Urteil bedeutet

"Besondere Schwere der Schuld", "lebenslange Haft", "Sicherungsverwahrung": Beim Prozess und Urteil gegen Kindesmörder Silvio S. fallen auch diese Begriffe. Hier lesen Sie, was die Begriffe und Urteile bedeuten.

26.07.2016 16:30 Uhr
Landgericht Potsdam

Lebenslange Haft

Lebenslange Haft ist die höchste Strafe in Deutschland. Sie kann frühestens nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Wird der Antrag eines Verurteilten auf Aussetzung der Reststrafe abgelehnt, kann er alle zwei Jahre neu gestellt werden. Wenn das Gericht eine besondere Schwere der Schuld festgestellt hat, kann der Täter allerdings nur in Ausnahmefällen nach 15 Jahren freikommen - etwa bei hohem Alter oder schwerer Krankheit.

Sicherungsverwahrung

Die Sicherungsverwahrung dient dazu, einen Straftäter zu bessern und die Allgemeinheit vor Straftätern zu schützen. Sie ist eine Präventivmaßnahme.

Angesetzt wird eine Sicherungsverwahrung, wenn ein Straftäter seine Strafe verbüßt hat, danach aber nicht auf freien Fuß gesetzt wird, sondern in eine Anstalt eingewiesen wird.

Besondere Schwere der Schuld

Eine besonders schwere Schuld kann vorliegen, wenn die Tat besonders verwerflich war: Wenn der Täter sehr brutal und grausam vorgegangen ist oder dem Opfer große Qualen zufügt hat.

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. aus Brandenburg ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Die Kammer verzichtete aber auf Sicherungsverwahrung, weil bei Silvio S. ein Hang zu weiteren Straftaten nicht zu beweisen sei. Einen entsprechenden Antrag hatte die Staatsanwaltschaft gestellt.

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