Hochzeit auf den ersten Blick

Welcher Bindungstyp bin ich?

Das Adult-Attachment-Interview

Das Adult-Attachment-Interview (AAI) verschafft Klarheit über bisherige Bindungserfahrungen und deren Auswirkungen auf die gegenwärtigen Bindungen an andere Personen.

Es gibt fünf Bindungstypen:

  • autonom
  • distanziert-beziehungsabweisend
  • präokkupiert, verstrickt
  • unverarbeiteter Objektverlust
  • nicht klassifizierbarer Bindungstyp

Das AAI wird basierend auf einem Fragenkatalog durchgeführt. Im Interview geht es nicht nur um vergangene Partnerschaften, sondern um Bindungen jeglicher Art. Dabei spielt natürlich vor allem die Beziehung zu den Eltern eine entscheidende Rolle. Probleme mit Vater oder Mutter in der Kindheit können negative Auswirkungen auf die Beziehungen im Erwachsenenalter haben.

Wenn beispielsweise ein Elternteil die Familie verlassen hat, kann das Kind als Erwachsener extreme Ängste davor entwickeln, auch vom Partner verlassen zu werden. Vielleicht ist die Angst sogar so groß, dass sich die betroffene Person überhaupt nicht erst traut, eine Beziehung einzugehen.

Das Verhältnis zu den Eltern kann sich über die Jahre auch extrem verändert haben - positiv wie negativ. Auch solche Prozesse werden von den Interviewfragen berücksichtigt und analysiert.

Im Anschluss an das geführte Interview wird dieses im Regelfall verschriftlicht. Anhand des abgetippten Texts können dann sprachliche Auffälligkeiten ausgewertet werden. An dieser Stelle stechen Unschlüssigkeiten nochmal besonders ins Auge. Falls ein Gedanke nicht zu Ende geführt wurde, kann das zum Beispiel ein Hinwies darauf sein, dass eine Verdrängung in Folge einer traumatischen Erfahrung vorliegt.

Für Matching-Verfahren bietet diese Interviewform interessante Aufschlüsse. Wenn zwei Menschen vergleichbare Bindungen zu ihren Eltern haben, kann das bedeuten, dass sie gut zusammen passen.

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