Josephine Klick - Allein unter Cops

Interview mit Alexander Khuon

"Männer sind häufig schlechte Vorbilder!"

Hauptdarsteller Alexander Khuon über besondere Fälle, unkonventionelle Vorgehensweisen und eine tolle Dreierkonstellation...

josy-alexander-khuon
© SAT.1/Günther Philipp

Was passiert mit Männerfreundschaften, wenn eine Frau dazu kommt?

Alexander Khuon: In unserem Fall mischt die neue Kollegin nicht nur unsere Arbeitswelt auf, sondern auch meinen Freund und Kollegen Fritz. Die Kabbeleien und Frotzeleien, die Spielchen zwischen den beiden entpuppen sich für Alexander schnell als verkappter Flirt. Drei sind einer zu viel. Eifersucht spielt auch in Männerfreundschaften eine gewichtige Rolle, wenn sich eine Frau dazwischendrängt. Die gewohnten Mechanismen und Rituale, die die Männer bei der Arbeit und im Privatleben pflegen, werden durcheinander gewirbelt. Das nervt Alexander gewaltig.

In der Serie spielt Josephines weibliche Intuition für die Aufklärung der Fälle immer wieder die entscheidende Rolle. Was haben Frauen Männern möglicherweise voraus?

Das Gefühl als Argument. Dieser Umstand ist für viele Männer schwer zu akzeptieren. Was nicht durch die Ratio herzuleiten ist, scheint vielen Männern schnell verdächtig. Und wenn es zum Erfolg führt, ist es umso dubioser. Männer sind außerdem häufig schlechte Verlierer und fühlen sich dann schnell in ihrem Selbstwertgefühl angegriffen. Frauen sind da gelassener und meist nicht so engstirnig.

Wie finden Sie die Vorgehensweise von Josephine?

Unkonventionell ist sie auf jeden Fall. Aber ihre Methode führt zum Erfolg. Sie ist ein Instinktmensch und dadurch, dass sie oft ungewohnte Blickwinkel einnimmt, liefert sie häufig den entscheidenden Hinweis zur Lösung eines Falls. Durch ihre undiplomatische Art eckt sie allerdings auch oft an und macht sich dadurch nicht nur Freunde. 

Was denken Sie, ist bei "Josephine Klick" anders als bei anderen Krimiserien? 

Zum einen sind es originelle Fälle, die Marc Terjung erfunden hat und in ganz unterschiedliche Berliner Milieus integriert. Die Dreierkonstellation der Kommissare bietet eine großartige Spannungsfläche um Zwischenmenschliches
aufregend, aber auch situationsbedingt mit Humor zu erzählen. 

Welche Spannbreite an Mordfällen lösen Sie in der Serie?

Eine große. Von der Swinger-Szene über Burschenschaften und psychopathischen Frauenmördern bietet jeder Fall sein ganz eigenes Milieu.

Welche Erfahrungen haben Sie selbst schon mit Polizisten gemacht? 

Eigentlich überwiegend gute – bis auf die Fahrt zum ersten Treffen vor dem Dreh zu "Josephine Klick". Da habe ich nämlich eine Ampel übersehen und bin geblitzt worden. Da wurde nicht lange diskutiert. Die Polizistin blieb hart: Führerschein für vier Wochen weg.

Sie sind seit 2004 festes Ensemblemitglied des Deutschen Theater Berlin, haben zuletzt in dem Kinofilm "Vaterfreuden" mitgespielt. Warum haben Sie noch zusätzlich eine Serienhauptrolle übernommen?

Meine tollen Kollegen sind der Hauptgrund. Diana und Matthi sind einfach großartige Spielpartner. Und die ungewöhnlich spannenden Fälle, die Marc Terjung für uns geschrieben hat.

Ihr Vater Ulrich Khuon ist Intendant des Deutschen Theaters Berlin. Wie ist es, wenn der eigene Vater zugleich der Vorgesetzte ist?

Wir können das Private vom Beruflichen gut trennen und, wenn es um inhaltliche Differenzen geht, fliegen die Fetzen, ob man verwandt ist oder nicht. Abgesehen davon war ich schon sechs Jahre am Deutschen Theater engagiert, bevor mein Vater nach Berlin kam. Ich bin froh, dass wir zusammenarbeiten.

© SAT.1 2014

Kommentare

Facebook-Fan werden!

Outtakes