Klinik am Alex

"Bei der ersten OP wurde mir übel..."

Jana Voosen im Interview

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Sie spielen die junge Assistenzärztin Luisa Keller. Was macht Luisa aus?

Jana Voosen: "Sie ist die Brücke zwischen der Klinik und der Außenwelt, auch für die Zuschauer. Luisa kommt zu Beginn der Serie frisch in die Klinik am Alex. Was sie am meisten auszeichnet, ist, dass sie ein ganz großes Herz hat. Sie ist Chirurgin, weil sie Menschen helfen will. Ihre größte Stärke, ihr Mitgefühl, kann in einem Krankenhaus aber auch zur Schwäche werden. Ihre Kollegen sind anders drauf und machen ihr klar, dass sie nicht lange durchhalten wird, wenn sie bei jedem Patientenschicksal mitheult."

Was hat es mit Luisas Zwillingsschwester Anna auf sich?

Jana Voosen: "Die Tatsache, dass die beiden Zwillinge sind, hat mir sehr viel für mein Rollenverständnis gegeben. Zwilling zu sein, ist ja schon etwas Skurriles. In dem Moment, in dem man entsteht, ist man zu zweit. Als Kinder haben Luisa und Anna ihre Eltern durch einen Autounfall verloren. Seitdem wohnten sie bei der Oma und entwickelten sich immer weiter auseinander. Luisa hat ständig das Bedürfnis in sich, die symbiotische Nähe, die sie zu Anna einmal hatte, wiederzufinden. Durch den Mangel an Liebe, den sie von Anna bekommt, ist Luisa ihrer Schwester gegenüber in einer ganz schwachen Position. Das führt dazu, dass sie sich zwar jedem Problem eines anderen öffnen, aber selbst keine wahre Liebe annehmen kann."

Auch zum Oberarzt Dr. Roth entwickelt Luisa eine spezielle Beziehung...

Jana Voosen: "Sie fasziniert ihn, weil sie noch gar nicht dieses Abgeklärte hat. Bei ihm ist privat auch einiges schief gelaufen, er ist ein bisschen grantig, aber irgendwie mag er sie, und sie mag ihn auch. Dennoch geraten sie oft aneinander."

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet, die ja eine ganze Menge an medizinischem Fachwissen voraussetzt?

Jana Voosen: "Ich habe im Israelischen Krankenhaus in Hamburg ein Praktikum gemacht. Es war ganz toll, weil ich dort den Arbeitsalltag der Ärzte beobachten konnte. Ich habe viele Operationen gesehen, hauptsächlich am Abdomen. Die OP-Schwestern haben mir alles gezeigt und vieles beigebracht Das so genannte Einwaschen habe ich jedes Mal komplett mitgemacht, um eine Routine darin zu erlangen. Bei den OPs haben mir die Ärzte dann erklärt, wie sie vorgehen."

Hatten Sie keine Probleme damit, eine OP zu sehen?

Jana Voosen: "Bei der ersten Operation wurde mir sofort ganz furchtbar übel (lacht). So habe ich zum ersten Mal am eigenen Leib erfahren, dass man eine gewisse Distanz wahren muss. Es gibt diesen Trennvorhang zwischen Anästhesist und Chirurg, und ich glaube, der hat schon seinen Sinn. Wenn man als Chirurg den Kopf des Patienten immer sehen würde, wäre das schwierig."

Was speziell hebt "Klinik am Alex" von anderen deutschen Arztserien ab?

Jana Voosen: "Ich finde, sie ist viel emotionaler als alle Arztserien, die wir bisher in Deutschland kennen. Vielleicht, weil Emotion und Krankenhaus ein Drahtseilakt ist, bei dem man auch mal danebengreifen kann. Aber ich finde es super. In unseren Büchern gibt es ein Gleichgewicht zwischen sehr spannenden medizinischen Fällen mit tollen Gastrollen und dem Leben der Figuren. Besonders schön finde ich, dass wir ein richtiges großes Ensemble sind, in dem jeder sein Gesicht bekommt. Alle Figuren sind glaubwürdig, wirken lebendig und haben ihre eigenen Geschichten. Ich mag es auch selbst als Zuschauerin einer Serie sehr, wenn mehrere Erzählstränge parallel laufen."

Wie gehen Sie an eine Rolle ran?

Jana Voosen: "Ich habe viele Techniken ausprobiert und suche mir überall das raus, was ich für mich benutzen kann. Ich mache eine ausführliche Rollenvorbereitung, aber wenn es dann losgeht, schmeiße ich mich am liebsten mit allem, was ich habe, in eine Szene rein. Im Grunde ein bisschen wie ein Kind, wenn es spielt. Wenn ich zum Beispiel in eine OP-Szene komme, dann lasse ich mich voll darauf ein und akzeptiere die Szene als meine Realität. Dabei ist es natürlich sehr hilfreich, dass Maske und Special-Effects-Abteilung so großartige Arbeit leisten."

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