The Biggest Loser

Micha

Tines Rückblick: Folge 5

© Enrique Cano SAT.1

Klartext für Micha

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© SAT.1/Richard Hübner

In meiner andalusischen Praxis herrscht Ordnung und Sauberkeit. Regelmäßig muss ich putzen und desinfizieren, Medikamente auffüllen, Verbände sortieren und die Notfalltasche auf den aktuellen Stand bringen. An diesen Tagen freu ich mich über jeden abwechslungsreichen Besuch. Und wenn es Trainer Ramin ist noch mehr. An diesem Tag jedoch sieht das Gesicht von Ramin unentspannt – wütend - aus. Da muss was im Busche sein. Und so ist es: Micha ist wieder mal derjenige, der uns auf 180 bringt. Dass er sein eigenes Süppchen kocht und Sport nicht zu den schmackhaftesten Zutaten gehört, ist jedem bekannt. Aber wenn er mit seinem Pokerface einen gegen den anderen ausspielt und Frau Doktor vorschiebt, um bei den unliebsamen Trainingseinheiten nicht mitmachen zu müssen; ja dann wird Frau Doktor traurig, sehr traurig! Und Trauer heißt bei mir Wut und dann kann ich mit sehr direkten Worten Klartext reden. Zipperleins und nicht vorhandene Krankheiten vorzuschieben - das geht gar nicht!

Ich arbeite als Ärztin schon viele Jahre, kenne Symptome, Verletzungsmuster und habe schon einige "Blaumacher" untersucht. Klar! Ist einer krank, kann Sport den Zustand verschlimmern und ich bin die Letzte, die dann nicht das Handtuch wirft. Die Bedingungen hier im Camp sind hart. Jeden Tag feste und freiwillige Sporteinheiten. Die Kandidaten gehen an ihre Grenzen. Der Druck ist hoch und der Körper kann dann schon mal schlapp machen - braucht eine Pause. Und auch hier bin ich die Letzte, die ihm diese nicht gönnt. Aber nur mit Ehrlichkeit und Respekt den Trainern und mir gegenüber. Das war die Ansage durch Ramin und mich an Micha! Ob es was gebracht hat? Ich hoffe. Denn Ausreden und Verdrehen der Tatsachen sind in meinen Augen klare Zeichen der Schwäche und Realitätsverlustes. Keiner tut uns hier einen Gefallen - nur sich selber und seiner Gesundheit.