Unforgettable

"Ich hätte es gerne mal einen Tag lang"

Interview Poppy Montgomery

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Was denken Sie, wäre es ein Segen oder ein Fluch das "absolute autobiografische Gedächtnis", zu haben?

Poppy Montgomery: Aufgrund der Gespräche, die ich mit Marilu [Henner, einer der 6 Personen in den USA mit dem Hyperthymestischen Syndrom] geführt habe, wäre ich gerne betroffen. Ich denke, es hängt immer von der Person ab.

Sie ist so positiv und in ihrem Fall ist es wirklich ein Geschenk. Sie hat so viel Energie und ist einfach etwas ganz Besonderes. Wenn ich mit ihr zusammen bin, denke ich mir: "Ich wünschte mir, ich könnte das auch".

Wir hatten vor einer Weile zusammen gegessen und ich konnte mich nicht mehr erinnern, was ich angehabt oder gegessen hatte oder sonst irgendetwas. Als ich sie sah und fragte, sagte sie es mir. So nach dem Motto: "Du hattest ein Trägerhemd an. Du hast Lachs gegessen. Du hast nicht viel gegessen. Es war Montag. Du warst zu spät." (Lacht.)

Aber andererseits geht es anderen Betroffenen nicht so, sie haben mehr Probleme und es geht ihnen schlecht. Ich bin hin und her gerissen. Ich hätte es gerne mal einen Tag lang, um auszuprobieren, wie es ist. Dann sage ich Ihnen Bescheid.

 

Können Sie die Krankheit erklären? Kann man sie ein- und ausschalten? Wie sehr überwältigt es die Betroffenen?

Poppy Montgomery: Ich fragte Marilu mal etwas in die Richtung. Ich sagte: "Überkommen dich, wenn du mit mir sprichst, ständig Erinnerungen, die einfach außer Kontrolle geraten?" Sie erklärte mir, dass sie es schon ausschalten kann, aber wenn sie darauf zurückgreifen möchte, ist es etwa so, als würde sie ein Kapitel auf einer DVD auswählen und sich einen Film anschauen.Tatsächlich ist es aber ihr autobiographisches Gedächtnis.

Es ist nicht mit einem fotografischen Gedächtnis gleichzusetzen. Man kann nicht einfach ein paar Seiten anschauen und wissen, was dort abgebildet ist. Es ist eher das, woran man interessiert ist.

>> Teil 2 des Interviews: Poppy über die Serie im Vergleich zu "Without A Trace"

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