Strahlend schön und vielseitig talentiert

Interview mit Alexandra Neldel

Welche Qualitäten, in die sich der Zuschauer verlieben kann, hat Lisa?

Sie ist sehr natürlich, nicht nur im Aussehen. Sie wird aufgrund ihres unscheinbaren Äußeren sicherlich das eine oder andere Mal gemobbt oder benachteiligt werden. Aber Lisa ist intelligent, ist von ihrer Persönlichkeit überzeugt.

Sie ist keine Außenseiterin in Göberitz, ihrem Heimatort. Sie hat sich vor der schicksalhaften Begegnung mit David nur nie groß um Jungs gekümmert. Dafür hat sie ein großes Herz und will keinem etwas Böses. Und sie glaubt auch nicht, dass man ihr etwas Böses will. Das mag in der einen oder anderen Situation etwas gutgläubig oder sogar naiv rüberkommen, ist aber auch schön, gerade in so einer Welt wie der Modebranche.

Ich denke, es wird den Zuschauern Spaß machen, Lisa zu begleiten, zu gucken, was ihr passiert und wie sie immer wieder aus der Situation herausfindet. Es gibt schöne, lustige, romantische, aber auch traurige Momente, pure Unterhaltung mit viel Gefühl.

Bist Du jemals in Deinem Leben so lange hinter einem Jungen oder einem Mann hergerannt wie Lisa hinter David?

ch war auch schon oft unglücklich verliebt, ja. Aber so ausdauernd und voller Überzeugung war ich früher nie. Ich habe immer relativ früh gemerkt: Der meint es nicht gut mit dir.



Warst Du in der Schule der Schwarm aller Jungen?

Nein, gar nicht. Ich selbst habe keinen einzigen Liebesbrief bekommen. Wenn, dann habe ich die Briefe immer nur an meine Freundin weitergereicht. Ich trug eine feste Zahnspange und hatte irgendwann diese Macke, dass ich unbedingt Locken haben wollte. Ich sah aus wie Momo mit Schneeketten im Gesicht. Keiner wollte mich damals küssen. Als ich jetzt als Lisa die Zahnspange wieder in den Mund schob, wusste ich auch wieder warum.

Warst Du am Casting für die Rolle des David beteiligt? Schließlich musst Du ihn über 200 Folgen lang anschmachten?

Ich habe einige mögliche Davids mitgecastet, durfte mein Urteil abgeben und bin sehr froh über die Besetzung mit Mathis Künzler. Aber letztendlich bin ich ja dafür Schauspielerin geworden, dass ich irgendjemanden anschmachten kann, und der denkt, ich meine es ernst. (lacht)

Deine Karriere begann 1996, als Du als damalige Zahnarzthelferin bei einem Poloturnier fürs Fernsehen entdeckt wurdest. Kann man Deine ersten Schritte im TV-Business mit Lisas Start in der Modewelt vergleichen?

Natürlich. Damals habe ich anfangs noch parallel beim Zahnarzt gearbeitet und bei „GZSZ“ gedreht. Die Fernsehwelt ist manchmal genauso oberflächlich wie die Modebranche. Es gibt nicht nur schöne Tage, man gerät auch mal an Kollegen, die es nicht nur gut mit einem meinen. Hinzu kam, dass ich auf einmal auf der Straße erkannt wurde, ein Wahnsinn für eine Zahnarzthelferin! Auch das waren nicht immer nur nette Begegnungen. Ich habe ja anfangs in meiner Rolle bei „GZSZ“ Drogen verkauft und das Biest raushängen lassen. Da konnten viele Film und Realität nicht mehr auseinanderhalten und haben auch in mir das Biest gesehen. Es hat gedauert, damit klarzukommen.

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