Der SAT.1 FILMFILM

Zur SAT.1-Filmpremiere "Nicht mit uns! Der Silikon-Skandal" am 17. Oktober um 20:15 Uhr

Der Hintergrund

Zwischen 2001 und 2010 befüllte der französische Implantathersteller Poly Implant Prothèse (PIP) in Frankreich im großen Stil seine Implantate mit billigem Industrie-Silikon. Weltweit ließen sich über 400.000 Frauen diese Billig-Silikonkissen unwissentlich einsetzen, darunter weit mehr als 5.000 in Deutschland. 

S1_1116969

Ans Tageslicht kam der Betrug durch einen anonymen Hinweis, der die französische Gesundheitsbehörde Afssaps im Jahr 2009 darauf aufmerksam machte, dass die Brustimplantate von PIP deutlich häufiger rissen, als die anderer Hersteller. In den nachfolgenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass die verwendeten Implantate mit minderwertigem Industrie-Silikon befüllt waren.

Diese Implantate sind deutlich poröser als üblich. Selbst ein noch "intaktes" Implantat stellte und stellt durch das nachweislich verstärkte "Ausschwitzen" (vor allem mit zunehmenden Alter des Implantats) eine Gesundheitsgefährdung dar. Hinzu kommt für die Betroffenen die Angst vor einer möglichen Krebserkrankung. 

In Deutschland hatte Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) betroffenen Frauen geraten, sich die Implantate herausoperieren zu lassen, doch nicht immer übenahmen die Krankenkassen die Kosten für den Eingriff. Während die betroffenen Frauen in Frankreich entschädigt wurden, erhielt bislang keine der mehr als 5.000 betroffenen Frauen in Deutschland Schadenersatz. Darüberhinaus mussten zahlreiche Frauen für die Entfernung des gesundheitsgefährdenden Materials selbst aufkommen.