Frau Preuß, Sie spielen Malu, eine selbstbewusste Ärztin, die von ihrem Ex-Partner gestalkt wird. Was hat Sie bei der Vorbereitung auf den Dreh besonders bewegt?

Josefine Preuß: "Ich hatte vorab die Möglichkeit, mich zu diesem Thema mit Betroffenen auszutauschen, ihre Erfahrungen und Meinungen dazu zu hören. Jede einzelne dieser Geschichten und Schicksale hat mich berührt, schockiert oder fassungslos gemacht. Ich bewundere den Mut der Opfer, dagegen anzugehen."

Was war für Sie die größte Herausforderung beim Dreh?

Josefine Preuß: "Dieser Dreh war psychisch und physisch wirklich eine Herausforderung. Als Schauspielerin bin ich umso dankbarer, dieses Spektrum an Emotionen spielen zu dürfen."

Ihren Spielpartner Vladimir Burlakov bezeichnen Sie als Ihren „besten Freund“. Inwieweit hilft Ihnen diese Vertrautheit beim Dreh?

Josefine Preuß: "Egal ob die physischen Gewalt- oder die körperlichen Liebesszenen – es ist natürlich immer von Vorteil, seinen Spielpartner gut zu kennen und ihm zu vertrauen. Trotzdem begegnet man sich am Set als Kollegen und im Spiel in den Rollen. Man lernt sich ein Stück weit neu kennen."

Als Schauspielerin haben Sie sicher viele Verehrer. Haben Sie selbst auch schon die Erfahrung gemacht, dass jemand nicht die nötige Distanz wahren konnte?

Josefine Preuß: "Tatsächlich hatte ich als Teenager während meiner Zeit bei der Serie 'Schloss Einstein' einen Stalker."

Wie haben Sie sich verhalten, um sich gegen den Stalker zu wehren?

Josefine Preuß: "Zum Glück wurde mir das von Seiten der Produktion und von meinen Eltern abgenommen. Doch dadurch wurde ich schon früh für dieses Thema sensibilisiert und mir für eventuelle andere Fälle das genaue Verhalten erklärt."

Was raten Sie Menschen, die den Verdacht haben, dass jemand sie stalkt?

Josefine Preuß: "Wachsam sein, alles genau dokumentieren, sich aber nicht zu schnell verrückt machen lassen. Auch eine rechtzeitige Kontaktaufnahme zur Polizei kann nicht schaden, wenigstens um sich dort weiteren Rat einzuholen und den Verdacht schon vorzutragen."

Was hoffen Sie, mit dem Film zu bewegen?

Josefine Preuß: "In vielen Köpfen besteht das Thema Stalking noch zwischen Fan und Prominenten. Doch in den meisten Fällen findet es in privaten, zwischenmenschlichen Beziehungen statt. Wir können mit unserer fiktiven Geschichte auf ein Thema aufmerksam machen, das leider viel zu viele in schmerzlicher und zerstörerischer Weise betrifft. Eine Sensibilisierung ist wichtig, denn leider bietet die aktuelle Gesetzeslage den Betroffenen und Opfern immer noch nicht ausreichend und vor allem rechtzeitigen Schutz."