Herr Burlakov, in dem SAT.1-Thriller "Dein Leben gehört mir" spielen Sie Hannes Jäger, einen Stalker. Was hat Sie bei der Vorbereitung auf den Dreh besonders bewegt?

Vladimir Burlakov: "Ich wusste schon vorher, dass das Thema Stalking von der Gesetzeslage her sehr schwierig ist. Mich hat aber überrascht, wie viele Menschen in ihrem Leben tatsächlich damit in Berührung kommen."

Was reizt Sie daran, "den Bösen" zu spielen?

Vladimir Burlakov: "Ich finde die Rolle des Stalkers bietet in ihrer Komplexität und mit ihrem verworrenen Innenleben viel Fläche für einen Schauspieler. Figuren, die Ecken und Kanten haben, sind mir deshalb sogar lieber. Ich finde es schwieriger, „Normalos“ zu spielen, da man sich selbst wahnsinnig viel überlegen muss, um die Figur spannend zu machen."

Wie schaffen Sie es, diese anstrengende Rolle nach einem Drehtag wieder abzulegen?

Vladimir Burlakov: "Ich gehöre nicht zu den Schauspielern, die sich in ihrer Rolle verlieren und mit einem schlechten Gefühl nach Hause gehen. Ich habe keine Schwierigkeiten damit, eine Rolle abzulegen – auch wenn ich während eines Drehs oft denke, wie krass eine Szene ist."

Sie standen schon mehrfach gemeinsam mit Josefine Preuß vor der Kamera. Was schätzen Sie an Ihrer Kollegin?

Vladimir Burlakov: "Ich schätze ihre Professionalität. Ich habe bei ihr noch nie erlebt, dass der Text nicht sitzt oder sie nicht vorbereitet ist."

Josefine Preuß bezeichnet Sie als ihren besten Freund. Inwieweit hilft Ihnen diese Vertrautheit beim Dreh?

Vladimir Burlakov:  "Diese Vertrautheit war für mich sehr hilfreich, denn durch diese konnten wir beide gut nackt vor einander sein – damit meine ich insbesondere seelisch und emotional."

Als Schauspieler haben Sie sicher viele Verehrerinnen. Haben Sie selbst auch schon die Erfahrung gemacht, dass jemand nicht die nötige Distanz wahren konnte?

Vladimir Burlakov: "Nein. Zum Glück nicht."

Was hoffen Sie mit dem Film zu bewegen?

Vladimir Burlakov: "Ich würde mir wünschen, dass sich eine größere Sensibilität dem Thema Stalking gegenüber entwickelt und, dass die Betroffenen mehr Mut bekommen, auch den Schritt zur Polizei zu wagen. Stalking ist für ganz viele Frauen, aber auch Männer, ein ganz traumatisches und großes Thema. Ich hoffe daher, dass vielleicht einige Menschen durch unseren Film sensibilisiert werden und es einen größeren Diskurs diesbezüglich gibt."