Was dachten Sie als sie das Drehbuch gelesen haben – über den Film und natürlich die Rolle der Lola?

Andrea Sawatzki: In Lola steckt viel Potential, sie ist angefüllt mit Überraschungselementen. Da kann man sich als Schauspielerin mal richtig austoben! Abgesehen davon, dass ich immer mal eine Rocksängerin spielen wollte und sich der Traum jetzt verwirklicht hat, gefällt mir die Fallhöhe dieser Figur. Ich mochte die Mischung aus rabenschwarzer Komik und leisen, ängstlichen Momenten, wie wir sie alle kennen.

Wieviel unkonventionelle, verrückte Lola steckt in Andrea Sawatzki?

Viel. Sehr viel. Sonst könnte ich so eine Figur auch gar nicht spielen, glaube ich.

Wer ist das auf dem Foto aus "Kindertagen" mit Lola und Marie?

Ich als Schauspielschülerin und Jenny als Baby. Wir wurden sozusagen in das Foto gemeinsam reingemogelt.

Im Film gibt es einige Momente, bei denen man als Zuschauer laut loslachen muss. Mussten Sie die Szenen öfter drehen, oder hat man als Schauspielerin einfach Routine?

Routine kenne ich bei meiner Arbeit nicht. Jede Figur ist anders. Jeder Moment der neuen Figur muss erst mal abgetastet und erforscht werden. Erst dann wird ein Mensch daraus.

Hatten sie Spaß beim täglichen Kostüm? Oder waren Ihnen die Outfits eher ein Graus?

Ich fand es sehr passend für Lola, wie sie sich kleidet und wie sie sich das Haar macht. Das ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber darum geht es gar nicht. Nur durch gute Kostüme und gute Maske erwacht eine Drehbuchfigur zum Leben. Denn nur wenn ich weiß, was meine Filmfigur trägt und wie sie unter den anderen Menschen wirken möchte, kann ich sie zum Leben erwecken und spielen. Ich liebe Lolas Kostüm.

Sind Sie schon mal angezogen in einen öffentlichen Teich gesprungen?

Nein. Das war eine völlig neue Erfahrung. Vor allem war das ein künstlicher städtischer Teich, der war voller Müll und Karpfen. (lacht)

Sie singen in dem Film – wäre eine Gesangskarriere noch etwas für Sie?

Ich habe vor ein paar Jahren viel gesungen und bin mit meiner Band durch Deutschland getourt. Das war schön. Aber das alles neben dem Film, den Büchern die ich schreibe, Haushalt und Familie organisiert zu kriegen, hat mich irgendwann überfordert. Ich singe aber sehr gern.

Lola lässt es zu Beginn der Schwangerschaft ja noch recht krachen, wird dann aber vernünftiger – keine Zigaretten mehr, gesünderes Essen – worauf haben Sie als Schwangere geachtet?

Ich habe darauf geachtet, mich gesund zu ernähren.

Das Verhältnis zwischen Lola und ihrer Mutter ist ja zunächst nicht das Beste: Welche drei Dinge sind ihnen im Verhältnis zu ihren beiden Söhnen am Wichtigsten?

Liebe, Vertrauen, Humor und vieles mehr.

Hätten Sie eine Tochter – glauben Sie, Sie würden, wie Lola für Marie, auch ein Kind für sie austragen?

Ich bin zum Glück noch nicht in eine vergleichbare Situation gekommen. (lacht)