Herr Baum, Sie waren sehr früh an der Entwicklung des Stoffes in das Projekt involviert. Wann wurde Frau Weisz zur Wunschbesetzung als Ihre Frau Rebecca?

Henning Baum: "Ich hatte eine starke Vermutung, dass Franziska passen könnte. Als es dann tatsächlich um die Besetzung ging, habe ich sehr offen und ehrlich ausgesprochen, dass ich mir wünsche, dass Franziska zum Casting kommt. Es ist schön, wenn sich eine Ahnung, die man hat, im Casting bestätigt, im Spiel fortsetzt und sich dann auch im fertigen Film niederschlägt."

Kam dieser Wunsch auf, weil sie sich schon aus "Der letzte Bulle" kannten? 
Henning Baum: "Wir kennen uns sogar schon länger. Natürlich ist es gut, wenn man weiß, dass man gut miteinander arbeiten kann. Wir spielen ein Ehepaar mit Szenen, in denen auch eine Nähe entsteht. In solchen Momenten ist es sehr hilfreich, wenn man sich kennt und man weiß, wie man miteinander umgehen kann."

Was hat Sie denn jeweils an Ihrer Rolle im Staatsfeind gereizt?
Franziska Weisz: "Abgesehen davon, wieder mit Henning spielen zu dürfen, fand ich das Drehbuch fantastisch. Rebeccas Liebe und das starke Vertrauen in die Familie und zu ihrem Mann hat diese Rolle für mich so speziell gemacht."
Henning Baum: "Genauso sehe ich das auch: Diese Liebesgeschichte beweist genau deswegen ihre Qualität, weil Robert und Rebecca unter Druck gesetzt nicht aneinander zweifeln. Für mich ist es außerdem sehr spannend gewesen, einen Menschen zu spielen, der gejagt wird."

Wieviel darf man denn riskieren für die Menschen, die man liebt?
Franziska Weisz: "Ich glaube da gibt es kein 'dürfen'. Die Frage ist eher: Wieviel ist man bereit zu riskieren? Da gibt es meiner Meinung nach keine Grenzen."
Henning Baum: "Richtig, das ist keine Frage von 'dürfen'. Es ist eine Frage des Herzens: Wie viel ist man bereit einzusetzen? Im Einsatz für diejenigen, die man liebt, kann, wenn es das Herz so will, jede äußere Schranke, jede Vorschrift und jedes Gesetz überschritten werden."

Was schätzen Sie am jeweils anderen?
Henning Baum: "Ich schätze an Franziska ihr fröhliches Wesen. Wenn man Menschen wie Franziska begegnet, die diese starke innere Fröhlichkeit haben und diese pflegen, ist das für mich wie die Sonne, die aufgeht. Auf das Spiel bezogen, mag ich es, wenn ich von meinem Gegenüber weiß, dass ich mich vollständig auf alles einlassen kann. Bei Franziska weiß ich, sie nimmt die Energie von mir auf und gibt sie zurück. Schauspielerei funktioniert in dieser Beziehung ein bisschen wie Tennis."
Franziska Weisz: "Was ich so an Henning schätze ist, dass ich so vertrauen kann. Ich habe das Gefühl, ich kann mich total fallen lassen, kann die Szene einfach entstehen lassen. Das ist wahnsinnig viel wert, weil man sich als Schauspieler auch in exponierte Situationen begibt. Kollegialität, Verlässlichkeit und eine gute Atmosphäre am Set – das begeistert mich am Drehen mit Henning. Und es gibt vieles, worüber wir uns auch in langen Pausen am Set unterhalten können."

Gibt es eine Marotte des jeweils anderen, die Ihnen aufgefallen ist?
Franziska Weisz: "Marotte nein, aber ich finde es super, dass Henning ein Nickerchen hält und das konsequent durchzieht. Das würde ich auch echt gerne machen."
Henning Baum: "Das ist ja keine Marotte."
Franziska Weisz: "Richtig, ich finde es eine gute Angewohnheit."
Henning Baum: "Ob Franziska Marotten hast, weiß ich gar nicht. Mir ist noch keine aufgefallen."
Franziska Weisz: Ja, da schläfst du immer! (lacht)