Film: Made by SAT.1

"Kate findet alles erst einmal interessant."

Interview: Valerie Niehaus

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Frau Niehaus, wie fühlen Sie sich in der Rolle des Haushaltsandroiden Kate?

Valerie Niehaus: "Wunderbar! Kate kennt als Roboter keine Erschöpfung, weder seelisch noch körperlich. Sie beobachtet alles mit kindlicher Neugier und findet alles erst einmal interessant. Das ließ mir Raum, einfach drauflos zu spielen! Es war äußerst erfrischend!"

Wann oder wozu hätten Sie gerne einen Doppelgänger?

Valerie Niehaus: "Auf dem roten Teppich, beim Sachen hochtragen."

Glauben Sie, dass diese Vision eines perfekten Haushaltsgehilfen einmal Wirklichkeit werden könnte?

Valerie Niehaus: "Ich habe zur Vorbereitung einiges im Internet recherchiert und war doch erstaunt, wie weit diese Technologie bereits entwickelt ist – ja, ich denke es wird sicher dazu kommen. Allerdings wesentlich aufgabenorientierter und keineswegs so menschlich wie im Film."

Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Valerie Niehaus: "Die Figur Kate braucht als Roboter eine sehr spezifische Art der Bewegung und der Sprache – die allerdings auch menschlich genug sein musste, um im Film eine Veränderung zu durchlaufen. Das habe ich sehr genau bearbeitet. Und dann musste ich mir klar darüber werden, wie jemand ist, der niemand ist: Der keinerlei Bewusstsein hat, was richtig oder falsch ist, der kein Bewertungssystem, keine Sorgen oder Vorlieben hat. Das habe ich ins Spiel einfließen lassen."

Welche Gefühle gehen in Ihnen vor, wenn Sie in diese Rolle schlüpfen?

Valerie Niehaus: "Ich visualisiere die Eigenschaft einer Maschine: Immer weitermachen, bis man abgestellt wird. Das ist für ein Fernsehfilmset heutzutage eine ganz gute Basis. In der Rolle der Kate fühle ich mich stark, wach, vorbehaltsfrei und unantastbar. Denn alles, was mir selbst schwer fällt, nimmt Kate leicht. Das habe ich sehr genossen, danach war ich immer voller Energie."

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Im Film kauen Sie Walnüsse, ohne sie vorher zu knacken, oder beißen in die harte Schale einer Auster. Wie geht es Ihren Zähnen?

Valerie Niehaus: "Die haben eher unter dem köstlichen Marzipan gelitten aus dem diese Requisiten hergestellt waren ..."

Beim Abendessen mit den potentiellen, stinkreichen Käufern Ihres Hauses, dürfen Sie sich total daneben benehmen. Wie fühlt sich so ein Etikettenbruch an?

Valerie Niehaus: "Da ich sehr gerne höflich bin und das auch von meinem Umfeld erwarte, hat mir das nur im Hinblick auf die Konsequenzen in der Rolle gefallen. Für Kate waren diese Vorgänge kein Etikettenbruch, sondern das Ergebnis ihrer Beobachtung der Welt um sie herum."

Was war die lustigste Szene während der Dreharbeiten?

Valerie Niehaus: "Viele Situationen waren schon in der Vorbereitung sehr lustig und einige Textstellen werde ich sicher nie vergessen, z.B. als der italienische Kellner sagt: 'Reste kommte soforte.' Kate antwortet: 'Rest ist in dieser Satzstellung singular und benötigt kein angehängtes e. Kommte und soforte sind nicht verzeichnet.' Das Drehen solcher Dinge ist allerdings nicht so lustig, weil ich das ja alles todernst durchziehen muss – und das ist nicht immer sehr leicht."

Oliver Mommsen, der Bremer "Tatort"-Komissar, muss von Ihrer Filmrolle Kate einiges ertragen. Was schätzen Sie an Ihrem Kollegen?

Valerie Niehaus: "Oliver ist nicht nur ein sehr angenehmer und charmanter Kollege. Seine große Spielfreude ist für mich äußerst motivierend und schafft zwischen uns eine Atmosphäre, in der wir uns uneingeschränkt miteinander bewegen können – was für ein Glück!"

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