Die Brückers reagieren erst total positiv und neugierig auf ihre chinesischen Nachbarn. Dann kommt es zum Kultur-Crash. Warum?

Bettina Zimmermann: Im ersten Moment begegnen sie sich mehr mit Neugierde und der Höflichkeit, die man neuen Nachbarn entgegenbringt. Die Brückers sind ihnen gegenüber hilfsbereit und offen. Als sie aber das Gefühl haben, dass die Wangs zum Teil ihr Leben kopieren und sie dann noch gesellschaftlich ausgrenzen, ändert sich ihr Verhalten augenblicklich.

In einer Szene glauben Sie, Ihren geliebten Hund Butch bei den Wangs zu verspeisen. Essen Sie gern chinesisch?
Ja, aber nur, wenn es ohne Glutamat ist. Das vertrage ich nicht. Daher esse ich mehr thailändisch oder japanisch. Generell liebe ich asiatisches Essen. Diese Gewürze – hmmmm – lecker!

In dieser Komödie ist sehr viel Wahrheit verpackt. Was finden Sie am treffendsten?
Dass Vorurteile selten stimmen! Und man sich nicht in etwas verrennen, sondern immer das Gespräch suchen sollte!

In einer Szene säbelt Michael Brücker vor Wut den Bambus der Wangs ab. Hatten Sie selbst schon nervige Nachbarn?
Nein! Gott sei Dank nicht! Im Gegenteil, unser Nachbarschaftsverhältnis ist so gut, dass es schon fast einer Wohngemeinschaft gleicht! (lacht)

Was halten Sie davon, wenn chinesische Kinder fast den ganzen Tag nur lernen müssen?
Kinder sollten Kinder sein dürfen. Natürlich gehört in der Entwicklung viel lernen dazu, aber das heißt nicht, dass man stundenlang über Büchern hocken muss! Lernen hat auch etwas mit Erfahrung zu tun. Kinder sollen spielen, ausprobieren und ihrer Phantasie freien Lauf lassen dürfen. Das in Kombination mit Lernen aus Büchern ist, denke ich, die beste Kombination.

Sie sind selbst Mutter eines Sohnes. Was ist Ihnen bei der Kindererziehung wichtig?
Das Wichtigste ist naturgegeben: bedingungslose Liebe seinem Kind gegenüber! Der Rest ist Geschmackssache, jeder muss für sich herausfinden, wie der gemeinsame Weg in die Welt funktioniert ...

Finden Sie, dass unsere Kinder in der Schule überfordert sind und wie lässt sich Wissen Ihrer Meinung nach am besten vermitteln?
Ein sehr schwieriges Thema. Wie wir in unserem Lande sehen, sind wir auch noch weit von einer Lösung entfernt. Ich denke, wir sollten endlich die Erkenntnisse über die Entwicklung des menschlichen Gehirns nutzen und unsere Kinder dementsprechend unterrichten und nicht ausschließlich versuchen, schulisches Wissen auf einen Punkt hin abrufbar einzu-trichtern ...

Im Film sind Sie Blumenhändlerin, Ihre Nachbarin Professorin. Glauben Sie, dass man heutzutage noch wegen seines Standes Komplexe haben muss?
Nein. Sicher werden Menschen immer Komplexe haben – das ist unvermeidbar, so lange die Möglichkeit zum Vergleich besteht. Doch ich finde es sehr wichtig, immer wieder klar zu machen, dass die berufliche Qualifikation nichts über das Glücksempfinden und die Zufriedenheit des Einzelnen aussagt!

Was halten sie von den alten chinesischen Traditionen wie TCM oder Tai Chi?
Tai Chi würde ich gerne können, um noch besser abschalten und meine Energie besser bündeln zu können.

Story und Bilder zu Nachbarn süß-sauer”, der Sat.1-Komödie mit Bettina Zimmermann und Christoph M. Ohrt