Zugegeben: Die Zeit, in der man Weihnachtslieder hören kann und will ist auf das Jahr gerechnet sehr übersichtlich. Meistens wird diese Zeit durch die ersten Lebkuchen und Schokoweihnachtsmänner im Supermarktregal angekündigt und vom ersten Airplay eines Christmas Classics im Radio eingeläutet. Und trotzdem fällt einem alle Jahre wieder auf, dass man all diese Lieder wirklich sehr tief im Herzen trägt. Und sie mehr in einem auslösen als so mancher Sommer-Hit. Woran mag das liegen? Vielleicht an der Emotionalität dieser Zeit, in der wir alle mit einer Mischung aus Melancholie und Vorfreude auf das Jahr zurückblicken und den Tagen im Kreise der Familie entgegenfiebern. Vielleicht spielt aber auch die überall spürbare Verlangsamung des Lebens eine Rolle, wenn die Welt für ein paar Tage die Luft anzuhalten scheint und man sich nur zu gerne in diese wohlige Feierlichkeit flüchtet, um ein wenig Frieden und Besinnlichkeit zu finden. Das klingt ein wenig pathetisch, aber alle, die zum Beispiel einmal auf dem Weg in die Heimat waren, um die Familie zu besuchen und dabei im Zug oder im Auto Chris Reas „Driving Home For Christmas“ hörten und vor allem fühlten – die wissen, was wir meinen.

„Die Hit-Giganten: Weihnachten“ hat nun viele dieser wundervollen Lieder versammelt. „Santa Baby“ von Kylie Minogue, besagten Chris Rea, Donny Hathaway mit „This Christmas“, die Everly Brothers mit „God Rest Ye Merry, Gentlemen“, Otis Redding mit „Merry Christmas Baby“ und die große Aretha Franklin mit dem außergewöhnlichen Weihnachtssong: „First Snow in Kokomo“. Was die zwei CDs aber mit neuem Leben füllt, sind all die gelungenen Christmas Cover der jüngeren Popstar-Garde. Die wundervolle britische Sängerin und Pianistin „Birdy“ zum Beispiel, die sehr zärtlich „Have Yourself A Merry Little Christmas“ intoniert, oder der coole Surferboy Jason Mraz, der nicht nur den Strand besingen kann, sondern auch das „Winter Wonderland“, oder der Virtuose Leo Rojas und seine außergewöhnliche Darstellung des weltweit bekannten Klassikers „Feliz Navidad“. Ein echtes Highlight ist wie immer Lily Allen, die „Somewhere Only We Know“ von Keane covert – eigentlich kein Weihnachtslied, aber eben doch von einer Stimmung beseelt, die perfekt zu Weihnachten oder in die Zeit zwischen den Jahren passt.

Die versammelte Schlager-Garde rundet die Compilation schließlich ab: Anna-Carina Woitschack & Stefan Mross mit „Little Drummer Boy“, Ross Antony & Ute Freudenberg & Paul Reeves mit „Do They Know It's Christmas“, Dieter Thomas Kuhn & Band mit „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, Andrea Jürgens mit „Jingle Bells“ und als großes Finale die Hand in Hand Allstars mit „Hand in Hand“.