- Bildquelle: il Civetto © il Civetto

Die Musik von il Civetto passt nicht in eine Schublade: ihr verrückter, internationaler, auf Genres und Grenzen pfeifender Sound changiert irgendwo zwischen Folk, Jazz, Dancehall, Pop, Balkanmusik, Ska und Swing. Im Grunde ist er ein Amalgam von allen Einflüssen, die man als Band, die lange Zeit auf Berliner Straßen gespielt hat, so aufsaugen kann. Seit den ersten, heute in manchen Kreisen geradezu verklärten Guerilla-Gigs von il Civetto ist allerdings eine Menge passiert: Seit Bandgründung im Jahr 2010 haben die waschechten, aber viel reisenden Berliner zwei Alben und einige EPs veröffentlicht, über 400 Konzerte gespielt und nun ihr drittes Album im Köcher. Das wurde mit den Produzenten Tim Tautorat, der auch für AnnenMayKantereit, Faber und Provinz an den Reglern saß, und Ralf Christian Mayer (Mark Forster, Clueso, Cro, ...) aufgenommen. Man glaubt fast, diesen Einfluss spüren zu können – denn die bisher bekannten Singles „Rio-Reiser-Platz“ und nun eben „Barbazan“ haben eine Hit-Qualität und einen Pop-Appeal, den sie sich zuvor nicht so explizit trauten. Und man muss sagen: Das steht ihnen ausgesprochen gut!

Mit „Barbazan“ sorgen il Civetto nun noch einmal für das Spätsommergefühl, das uns allen seit der Umstellung auf die Winterzeit weit, weit weg erscheint. Es ist ihre Hymne auf den Ort gleichen Namens, den man im Südwesten Frankreichs inmitten der Pyrenäen auf der Landkarte findet. Leon Keiditsch (Gesang, Bass), Lars Löffler-Oppermann (Saxophon, Klarinette), Leon Bollinger (Schlagzeug, Percussion), Dany Ahmed (Gitarre) und Robert Kondorosi (Gitarre) schwelgen dabei in Erinnerungen an einen Sommer in Barbazan. Sie singen von „Pyrenäen in deinem Garten / Basilico im gelben Licht / Habanero, Passiflora / Pläne schmieden auf Rosé.“ Sie vermissen: „Weingetränkte Diskussionen ja / danach nackt in den See See See / Konfusion, Disput, Amore / Wie Regen im Paradies.“

Die Band selbst erklärt: „Barbazan ist für uns ein Sehnsuchtsort, den es tatsächlich gibt. Eine schöne Erinnerung – wie ein Traum, der lebendig bleibt.“ Um diesem Traum noch einmal nahe zu sein, habe man ihn in diesem Sommer in die Realität umgesetzt: „Wir sind tatsächlich zurück nach Barbazan gefahren. Und es war schöner, als wir es

uns vorher ausgemalt haben. Vermutlich hat jede*r diesen einen Ort wie Barbazan im Herzen. Wenn nicht empfehlen wir dringend, einen zu suchen. Jetzt sofort!“ Recht haben sie. Und bis man diesen Ort gefunden hat, empfehlen wir einfach „Barbazan“ zu hören, wenn einen das Fernweh packt.

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