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„Niemand ist eine Insel“, schrieb der britische Dichter John Donne vor rund 400 Jahren. Bow Anderson hingegen singt auf ihrer neuen Single: „I am an island, baby.“ Damit bezieht sie sich natürlich auf die geflügelten Worte Donnes, der 1624 lyrisch verdeutlichen wollte, dass jeder Mensch Teil eines größeren Ganzen ist. Donnes Spruch ist mittlerweile ein gern gewählter Buchtitel, Kalenderspruch oder Grußkarten-Slogan. Fast jeder kennt ihn. Bow Anderson nutzt alles, was in diesen Worten mitschwingt, nun für die Pointe ihres starken Trennungs-Songs „Island“. Im Video singt sie mit bösem, selbstbewusstem Lächeln: „I am an island baby / Do you think that I need you / You lost a diamond baby.“ Den Stinkefinger in Richtung ihres Ex-Lovers, der sie nicht genug wertschätzte, muss man sich zwar dazu denken – aber man hört ihn raus. Anderson selbst sagt zu dem Song: „In ‚Island‘ geht es um Empowerment. Nachdem ich unzählige Male in Beziehungen hintergangen wurde, geht es um genau diesen Moment, in dem man endlich über jemanden hinweg ist und merkt, wie gut sich das anfühlt. ‚Island‘ handelt von Selbstliebe. Davon, dass du immer das Beste verdienst, weil du ein Diamant bist.“

Musikalisch bleibt Anderson, die in Edinburgh geboren wurde und nun in London lebt, bei ihrem Spagat zwischen Sixties-Soul-Vibes und dem Empowerment-R’n’B einer Beyoncé, die ein großer Einfluss für Anderson war. „Island“ setzt dabei auf wuchtige Beats, die eher dem Hip-Hop nahestehen. Zusammen ergibt das eine starke Kombi, wie man sie selten so gut abgeschmeckt zu hören bekommt. Das finden auch ihre prominentesten Fans Elton John und Cyndi Lauper, die sich beide öffentlich von ihrer Musik begeistert zeigten. 

Das Video zu „Island“ ist ebenfalls eine sehr farbenfrohe Angelegenheit, die erstaunlicherweise auch jetzt im Winter funktioniert, obwohl sie an einem Strand in Margate spielt. Bow Anderson erzählt: „Im Video geht es unterm Strich darum, Spaß zu haben und stark zu sein. Aber auch darum, einmal aufzuzeigen, dass du keinen Mann brauchst, um dich gut zu fühlen.“ Hier würde der erzkatholische John Donne vermutlich laut widersprechen – aber wenn die letzten Jahre ja eines bewiesen haben, dann das: Man sollte nicht immer auf die alten weißen Männer hören.

Das offizielle Video